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OB-Wahl in Nürnberg: Ulrich Maly tritt nicht mehr an

Nach seiner dritten Amtszeit hört der 58-Jährige als Oberbürgermeister auf - 11.03.2019 18:23 Uhr

Er hat sich entschieden: Ulrich Maly tritt 2020 nicht mehr bei der Oberbürgermeister-Wahl an. © dpa/ Peter Kneffel


Mit dieser Entscheidung hat wohl kaum jemand in Nürnberg gerechnet: Oberbürgermeister Ulrich Maly steht bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr als SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters zu Verfügung.  "Es war das Ergebnis einer sehr selbstkritischen Betrachtung", begründete der 58-Jährige in einem ersten Statement seine Entscheidung.

Und weiter: "Mit der Frage, wann der richtige Zeitpunkt ist, aufzuhören, beschäftige ich mich schon länger. Ich werde im Jahr 2020 18 Dienstjahre als Oberbürgermeister und 30 Jahre hauptberufliche Rathauspolitik hinter mir haben. Das ist mein halbes Leben und das ist sehr lange." Er wolle mit diesem Schritt einen Generationenwechsel in der Nürnberger SPD ermöglichen.

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Am Montag hat Nürnbergs Oberbürgermeister bekanntgegeben, dass er bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr als SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters zu Verfügung steht. Er wolle einen Generationenwechsel in der Nürnberger SPD ermöglichen. Wir haben uns umgehört, was seine Wegbegleiter zu diesem großen Schritt sagen.


Seit 17 Jahren ist Maly Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg. Der 58-Jährige hat damit Peter Schönlein, OB von 1987 bis 1996, überholt und ist das Stadtoberhaupt mit der zweitlängsten Amtszeit in der Nachkriegszeit. Einzig Andreas Urschlechter, OB von 1957 bis 1987, war länger im Amt - das aber mit satten 30 Jahren deutlich. 

Der gebürtige Nürnberger Ulrich Maly, Jahrgang 1960, war erst im vergangenen Jahr bei einer Umfrage zum beliebtesten Oberbürgermeister aller Großstädte in Deutschland gewählt worden. "Natürlich streicheln gute Sympathiewerte meine Eitelkeit und - noch viel wichtiger - besorgen mich die derzeit schlechten Umfragewerte der SPD", sagt Maly. Die Bitten, weiterzumachen, seien ein süßes Gift, "aber es bleibt ein Gift."

Die Sozialdemokratie spielt bei Maly schon immer eine zentrale Rolle: Bereits mit sieben Jahren geht er, gute Tradition bei den Malys, den Falken bei. In die SPD tritt er 1984 ein. Nach dem Abitur am Johannes-Scharrer-Gymnasium und dem Zivildienst studiert er Volkswirtschaftslehre. Er promoviert über Stadtentwicklungspolitik. 1990 übernimmt der begeisterte Skiläufer und Bergsteiger die Geschäftsführung der Stadtrats-Fraktion, dann wird er vom Rat zum Finanzreferent (1996 bis 2002) gewählt. Als Kämmerer schärft der der Sozialdemokrat sein Profil.

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Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly ist seit 2002 im Amt. Nur Andreas Urschlechter (1957 bis 1987) leitete länger die Geschicke der Stadt.


Wahlkampf mit Radtouren

2002 gelingt dem jungen Herausforderer als OB-Kandidat in einer Stichwahl der Sieg über den deutlich älteren CSU-Oberbürgermeister Ludwig Scholz. Maly hatte damals im Wahlkampf mit Radtouren den Grundstein für die Mobilen Bürgerversammlungen gelegt. Sein Politik-Motto "Solidarische Stadtgesellschaft" hat bis heute Gültigkeit.

Der Sozialdemokrat erarbeitet sich weit über Nürnberg einen Ruf. Als 2005 die Metropolregion Nürnberg gegründet wird, übernimmt er als Erster Ratsvorsitzender die Aufgabe, das abstrakte Konstrukt überhaupt erst einmal bekannt zu machen. Und ihm gelingt es, große und kleine Kommunen sowie die Landkreise miteinander vertraut zu machen.

 

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