Parktourismus? Debatte in Nürnberger Stadtteil kocht hoch

26.7.2020, 06:00 Uhr
Noch kein Schmuckstück ist der Bielingplatz in St. Johannis – auf dem Grundstück gegenüber, das eingezäunt ist, könnte auch eine Quartiersgarage entstehen.

Noch kein Schmuckstück ist der Bielingplatz in St. Johannis – auf dem Grundstück gegenüber, das eingezäunt ist, könnte auch eine Quartiersgarage entstehen. © Foto: Stefan Hippel

"Wir sollten uns die Chance, den Bielingplatz zu einem lebenswerten Platz für Menschen zu machen, nicht durch ein Quartiersparkhaus verbauen", erklärt Andrea Bielmeier, Sprecherin für Stadtplanung, die ablehnende Haltung ihrer Fraktion.

Warum sie einem Quartiersparkhaus eine klare Absage erteilen, wird so begründet: Der Bielingplatz verfügt mit dem dortigen U3-Bahnhof "Klinikum Nord" bereits über eine ideale Nahverkehrsanbindung, "weshalb sich hier statt des Baus von zusätzlichen Stellplätzen eine Reduzierung der Kfz-Stellplätze bestens anbieten würde", heißt es.


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Dieses Gebiet für den „Bielingplatz West“ soll neu bebaut werden.

Dieses Gebiet für den „Bielingplatz West“ soll neu bebaut werden. © Grafik: Stadtplanungsamt

Zudem sei zu befürchten, dass ein solches Parkhaus "in unmittelbarer Nachbarschaft zur U-Bahn auch von Pendlern für 'Park and ride' genutzt werden könnte und so noch mehr Autoverkehr ins Wohnviertel bringt", so Bielmeier. "Durch den Bau eines Quartiersparkhauses wird man die Menschen nicht dazu bewegen, auf den ÖPNV umzusteigen und das eigene Auto abzuschaffen", ist Mike Bock, verkehrspolitischer Sprecher, überzeugt. Das jedoch sei das erklärte Ziel der Grünen.


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