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Pilotprojekt: Radschnellwege für Nürnberg geplant

Eine Millionen Euro Etat für die Schließung von Lücken im Netz - 04.07.2014 09:15 Uhr

Das Radverkehrsnetz soll dichter werden, Stellplätze eingerichtet: Nürnberg soll zur Radfahrer-Stadt werden.

26.03.2013 © dpa


Baureferent Daniel Ulrich kündigte an, den Etat für den Bau von Radwegen in Höhe von einer Million Euro im Jahr ausschließlich dazu zu verwenden, die wichtigsten Lücken im Radwegenetz in den nächsten sechs Jahren zu schließen. In der Vergangenheit wurde das Geld offenbar auch dazu verwendet, Straßen auszubessern.

Trotzdem zog Ulrich insgesamt eine positive Bilanz von „Nürnberg steigt auf“: „Wir dürfen uns nicht mit Freiburg, Münster und Erlangen, die seit 40 Jahren Fahrradfahren fördern, vergleichen, sondern mit Essen, Leipzig oder Hannover.“ Im Vergleich mit anderen Großstädten stehe Nürnberg gut da. Thomas Schrollinger von der ÖDP hatte zuvor gefordert, dass Nürnberg mindestens 6,5 Millionen Euro für den Radwegebau im Jahr benötige, wenn man sich als fahrradfreundliche Stadt bezeichnen möchte.

Neben der Schließung von Lücken im Fahrradnetz will die Stadt mehr Fahrradstellplätze einrichten und mehr für die Sicherheit von Radfahrern mit Abmarkierungen tun. Immerhin 80 Fahrradfahrer wurden im vergangenen Jahr schwer verletzt, einer starb an seinen Verletzungen. Geplant ist außerdem, sukzessive mehr durchgängige Radwegeverbindungen zwischen Freiräumen herzustellen.

SPD-Stadtrat Ahmed Nasser forderte die Verwaltung auf, dass künftig mehr Hauptradverkehrsrouten festgelegt werden: „Sie müssen von A bis Z zu befahren sein.“ Dafür soll es auch mehr Geld in den nächsten Jahren geben. Das sah auch CSU-Stadtrat Marcus König so: „Die beste Werbung für das Fahrradfahren sind sinnvolle, lückenlose Wegstrecken.“

Nasser forderte außerdem mehr Radschnellwege von der Stadt ins Umland, damit auch Pendler den Umstieg vom Auto aufs Rad attraktiv finden. Laut Ulrich hat Innenminister Joachim Herrmann seine Unterstützung schon zugesagt, und es soll ein Pilotprojekt geben. Radschnellwege, die besonders für Räder mit Elektroantrieb attraktiv sind, erfahren großen Zuspruch, etwa in Dänemark. In Bayern gibt es bislang noch keinen Schnellweg.

Beschlossen wurde dann einstimmig, für die Förderung der Radverkehrsstrategie zwischen 2015 und 2019 insgesamt 275.000 Euro auszugeben: Damit sollen neue Fahrradpläne, Fahrradkurse in Kindergärten und mobile Fahrradständer unterstützt werden. Achim Mletzko, Fraktionsvorsitzender der Grünen, fügte an, dass beim Ausweisen von neuen Radwegen die Fußgänger im öffentlichen Raum entlastet werden.

André Fischer (Nürnberger Zeitung)

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