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Platzverweise nach Mahnwache für Opfer der NSU-Morde

Vorwürfe aus dem Antifa-Lager - Polizei sah "wildes Plakatieren" - 12.06.2014 06:00 Uhr

In der Scharrerstraße in Nürnberg ist 2005 der Imbiss-Betreiber Ismail Yasar ermordert worden. Da es keinen offiziellen Gedenktag in Nürnberg gibt, hat eine Initiative unter der Devise "Das Schweigen durchbrechen" eine Mahnwache organisiert.

07.07.2013 © dpa


Das Verbrechen an dem Inhaber einer Döner-Bude an der Scharrerstraße wird der Terrorgruppe als sechste Bluttat zugerechnet. Da in Nürnberg – anders als in Köln – keine offizielle Gedenkveranstaltung zum Jahrestag angesetzt worden sei, hat eine Initiative unter der Devise „Das Schweigen durchbrechen“ eine Mahnwache organisiert.

Als symbolische Geste sei, so die Darstellung einer Gruppe aus dem Antifa-Spektrum, das Straßenschild Scharrerstraße überklebt und diese in I.-Yasar-Straße umbenannt worden. Daraufhin seien mehrere Polizeistreifen angerückt, haben Platzverweise ausgesprochen und „so viel Druck“ ausgeübt, bis die Veranstaltung „vorzeitig“ abgebrochen wurde.

Vorwürfe, sie wollte das Gedenken behindern oder gar kriminalisieren, weist die Polizei indes entschieden zurück. Die Beamten hätten erst eingegriffen, als die Versammlung bereits formal beendet war und einzelne Teilnehmer im Schutz einer Gruppe begannen, Verteilerkästen mit Antifa- Plakaten zu bekleben. „Da ging es um den Verdacht einer Sachbeschädigung“, stellt Polizeisprecher Peter Schnellinger fest.

Doch von einer Meldung an die Stadt Nürnberg wegen wilden Plakatierens abgesehen, sei der Fall für die Polizei erledigt. Am Freitag, 13. Juni, um 16 Uhr will die Gruppe mit einer Gedenkplakette an der Ecke Gyulaer-/Siemensstraße an Abdurrahim Özüdogru erinnern.

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woh

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