Radfahrer lassen Nürnberg im ADFC-Test komplett durchfallen

20.2.2015, 14:00 Uhr
Längst nicht überall in Nürnberg ist die Situation für Radfahrer so gut wie an der Kreuzung Piloty-/Pirckheimerstraße.

Längst nicht überall in Nürnberg ist die Situation für Radfahrer so gut wie an der Kreuzung Piloty-/Pirckheimerstraße. © Sippel

Gleich vorweg: Es ist nicht alles schlecht, was in Sachen Radfahren in der Stadt geschieht. Die Werbekampagne der Stadt, die ihre Bürger motivieren will, vom Auto aufs Rad umzusteigen, bewerteten die Nürnberger mit der Note 3,9 überdurchschnittlich gut (bundesweiter Durchschnitt: 4,0). Ebenso die Bereitstellung der Leifahrräder Norisbike, die für jeden einfach und preisgünstig nutzbar sind, wurde mit 2,4 wesentlich besser bewertet, als der Bundesdurchschnitt (3,0). Der städtische Fahrradverleih verzeichnet trotz der positiven Resonanz jedoch auch fünf Jahre nach der Inbetriebnahme noch rote Zahlen.

Auch in Sachen Fahrraddiebstahl (Note 4,3) und dem Zustand der Radwege (Note 4,1) liegt Nürnberg knapp über dem Durchschnitt (Note 4,5 bzw. 4,2).

Die größten Schwächen sehen Nürnbergs Radfahrer in folgenden Punkten:

- Es werde nicht genug für den Ausbau der Infrastruktur getan.
- Die Stadt überprüfe Autofahrer nicht streng genug, die auf Radwegen parken.
- Ampelschaltungen seien nur unzureichend auf Radfahrer abgestimmt.
- Ziele könnten oftmals nicht zügig und direkt erreicht werden.
- Radfahrer würden schlecht an Baustellen vorbeigeführt.
- Es sei kompliziert, Fahrräder in öffentlichen Verkehrsmitteln mitzunehmen.

Folgende Stärken führen die Radfahrer auf:

- Radverleih NorisBike
- Stadtzentrum sei gut erreichbar
- Öffnung vieler Einbahnstraßen für Radfahrer
- Werbung für das Radfahren

Fahrradddiebstähle liegen gefühlt unter dem Bundesdurchschnitt.

Hier finden Sie die ADFC-Bewertung der Stadt Nürnberg im Detail.

An der Umfrage beteiligten sich im Herbst 2014 bundesweit mehr als 100.000 Radfahrer, die anhand von 27 Fragen ihre jeweiligen Heimatstädte beurteilten. Insgesamt sind beim ADFC für 486 Städte und Gemeinden Daten hinterlegt, die Aufschluss darüber geben, wie fahrrad(un)freundlich die Städte jeweils sind.

In Nürnberg beteiligten sich 1208 Menschen an der Umfrage. In der bundesweiten Wertung liegt Nürnberg mit der Gesamtnote 4,0 auf Platz 26 von 39 Städten derselben Größenordnung. Fürth landete mit der Note 3,8 im bundesweiten Vergleich auf Platz 15.

Die Stadt Erlangen ist weiterhin die fahrradfreundlichste mittelgroße Stadt in Deutschland. In der Gruppe der Städte zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern belegte die Uni-Stadt im ADFC-Fahrradklimatest Platz eins. Bereits im Jahr 2013 konnte Erlangen den ersten Platz  belegen.

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