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Radkreisel am Plärrer soll Radfahrer schützen

Pläne werden der Öffentlichkeit vorgestellt — Kosten: 8,5 Millionen Euro - 01.04.2015 10:03 Uhr

So wird der Nürnberger Fahrradkreisel aussehen. Mitte 2016 soll das Projekt fertiggestellt sein. © Montage: Matthias Hueber


+++ Liebe Leser, bei dieser Meldung handelt es sich natürlich um einen Aprilscherz.

Viele Radfahrer machen um den Plärrer einen großen Bogen. Doch oft gibt es für Biker keine Alternative, weil die Zeit drängt und Termine einzuhalten sind. Sie müssen sich der gefährlichen Verkehrssituation dort aussetzen. Doch damit soll bald Schluss sein. Das Verkehrsplanungsamt hat ein Projekt auf den Weg gebracht, das es in Deutschland in dieser Größe noch nicht gibt: einen Kreisverkehr für Fahrradfahrer am Plärrer.

Als Vorbild dient den Verkehrsplanern der Radkreisel (Hovenring) in der niederländischen Stadt Eindhoven, wo das Rad-Oval in rund sechs Metern Höhe über dem Boden schwebt und durch eine dicke Betonstütze in der Mitte gehalten wird. Doch anders als in Eindhoven wird es in Nürnberg deutlich schwieriger, den Kreisel zu bauen. Kopfzerbrechen bereiten den Planern noch die Oberleitungen für Straßenbahnen.

Die Kosten werden sich auf 8,5 Millionen Euro belaufen, so Frank Jülich, Leiter des Verkehrsplanungsamtes. Der Großteil werde über Finanzmittel gestemmt, die der Bund den Kommunen explizit für die Infrastruktur zur Verfügung stellen will.

Der Hovenring sei ein innovatives und städtebauliches Highlight zur Radverkehrsförderung in Eindhoven und ein gutes Beispiel und Vorbild für die Führung des Radverkehrs unter schwierigen Verkehrsbedingungen, so Jülich. „Eine solche Situation haben wir auch am Plärrer: viel Verkehrsraum und weite Umwege für Radfahrer. Vielleicht gelingt es uns, zusätzlich Fördermittel der EU zu bekommen.“ Der ADFC und das Bündnis Radfairkehr werden bei der Planung und Ausgestaltung des Projekts, das Mitte 2016 fertig sein soll, einbezogen.

Das Vorbild: Im niederländischen Eindhoven steht der „Hovenring“. Der Radkreisel schwebt in etwa sechs Metern Höhe über dem Boden. © oh


In der SPD-Fraktion stößt das Vorhaben auf Zustimmung. Thorsten Brehm, Stadtrat und verkehrspolitischer Sprecher, findet den Radkreisel „eine großartige Lösung“. Das Projekt sei eine sinnvolle Ergänzung. Er fordert, dass es in die Umgestaltung des Plärrers einbezogen wird. Brehm geht noch einen Schritt weiter: „Es wäre gut, wenn mit dem Kreisel auch eine durchgängige Fahrradstraße zwischen Plärrer und Hauptbahnhof gebaut würde.“

Die CSU steht den Plänen grundsätzlich positiv gegenüber. „Es wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Nürnberg“, erklärt Stadtrat Marcus König. Allerdings: „Der Individualverkehr darf durch den Kreisel nicht ausgebremst werden. Die Gleichberechtigung beider Verkehrsmittel muss gewährleistet sein.“ 

Alexander Brock

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