Rekord knapp verpasst: Nürnbergs Freibäder ziehen Bilanz

7.10.2018, 05:42 Uhr
Gemütlich seine Bahnen schwimmen konnte man an diesem Tag im Westbad wohl kaum noch. Die Besucher hatten trotzdem ihren Spaß und kühlten sich ab.

Gemütlich seine Bahnen schwimmen konnte man an diesem Tag im Westbad wohl kaum noch. Die Besucher hatten trotzdem ihren Spaß und kühlten sich ab. © Daniel Karmann/dpa

"Wetter und Ferien sind nicht mehr die entscheidenden Faktoren", sagt Gerhard Albert vom städtischen Eigenbetrieb NürnbergBad im Werkausschuss. Seine Einschätzung macht er an einem Beispiel fest. Er vergleicht den 8. Juli mit dem 6. September. An beiden Tagen hatte es 27 Grad - perfektes Freibadwetter. Eigentlich hätte man erwarten müssen, dass an dem Tag im September mehr Menschen Abkühlung im Freibad suchen würden. Aber: Das Gegenteil ist der Fall. Obwohl am 8. Juli noch keine Schulferien waren - und auch der Notenschluss noch weit entfernt -, sprangen damals mehr Besucher ins kühle Nass als an dem hochsommerlichen Septembertag.

Insgesamt zählten die drei städtischen Freibäder - also das Westbad, das Stadionbad und das Naturgartenbad - zusammen heuer (zweibeinige) 349.242 Besucher - im Rekordsommer 2015 waren es 366.631, im vergangenen Jahr besuchten 238.451 Menschen die Nürnberger Freibäder. Beim Hundebadetag zum Saisonabschluss hüpften heuer noch einmal 201 Hunde im Westbad ins Wasser.

Am längsten geöffnet war mit 159 Tagen in diesem Jahr das Westbad - das sind zwei Wochen mehr als das Stadionbad. Das Naturgartenbad wurde bereits einen Monat vor dem letzten Badetag im Westbad geschlossen.

Überstunden und Doppelschichten

Der Fast-Rekordsommer freute die Besucher. Die Mitarbeiter in den Bädern jedoch hatten jede Menge zu tun. Albert dankt ihnen im Werkausschuss noch einmal dafür, dass sie Überstunden machten und Doppelschichten übernahmen. Was Albert besonders freut: die Reaktionen der Besucher. Gerade vor dem Hintergrund der hohen Besucherzahlen gab es schließlich nur wenig Beschwerden. 23 Kundenreaktionen wurden verzeichnet, darunter auch ein Lob. Die drei Reaktionen im Bereich "Gefährdungspotential" bezogen sich auf einen Hinweis im Planschbeckenbereich des Naturgartenbads und zwei Hinweise bezüglich des Eichenprozessionsspinners.

Ebenfalls erfreulich: Die niedrige Zahl der Unfälle. 62 tauchen in der Statistik auf. Schlimmeres ist dabei zum Glück nicht passiert. Insgesamt waren fünf Wasserrettungen erforderlich. Auffällig sind 16 gesundheitsbedingte Unfallmeldungen - dabei handelte es sich um Vorkommnisse, bei denen die Gäste aufgrund Übelkeit, Kreislaufproblemen oder Hitzschlag betreut werden mussten. Diese Kategorie hat in den Freibädern 2017 keine und 2016 nur eine marginale Rolle gespielt.

Warum aber hat es trotz besten Wetters nicht für einen neuen Rekord in den Freibädern gereicht? Bürgermeister Christian Vogel meint, dass der Sommer 2015 zwar zwischendurch mehr Regentage hatte, aber eben auch sehr warm war. Außerdem: Mittlerweile lädt auch der Wöhrder See zum Baden ein, möglicherweise wirkt sich das auf die Besucherzahlen in den Bädern aus. Gezählt wurden die See-Schwimmer jedoch nicht. "Auf das Wetter kann man sich nicht verlassen", sagt Vogel, "also freuen wir uns über die vergangene Saison und harren der Dinge, die da kommen."

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