Sonntag, 29.03.2020

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Rosarote Fassade erhellt Nürnberg: Das steckt dahinter

Grobplanung für das neue Pellerhaus ist bereits in Arbeit - 26.03.2020 17:41 Uhr

Rosarot erleuchtet die Fassade das Pellerhaus. "Haus des Spiels" ist mit großen Buchstaben geschrieben. © NNZ


Es ist das Haus des Spiels am Egidienberg, dessen architektonisch reizvolle 50er- Jahre-Fassade abends von unzähligen LED-Scheinwerfer erleuchtet wird. Bis weit in die Südstadt kann man die rosigen Leuchtsignale von oben erkennen. "Die Botschaft ist: Hier entsteht das Haus des Spiels", erklärt Sebastian Pfaller wissenschaftlicher Mitarbeiter des kommunalen Spielearchivs, das hier bereits residiert.


Pellerhaus in Nürnberg: "Der Abriss wäre ein Rechtsbruch"


In jedem Fenster leuchtet ein Buchstabe des Namens "Haus des Spiels". Der Denkmalschutz, der eines der "besten und qualitätvollsten Bauzeugnisse der neuen Demokratischen Moderne in Nürnberg" 1997 auf seine Liste gesetzt hat, habe keine Einwände gegen die ungewöhnliche Fassadenbeleuchtung gehabt, sagt Pfaller.

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Spielearchiv und Fassadenstreit: Das ist das Pellerhaus

1957 als Zweckbau für Stadtbibliothek und Stadtatrchiv gebaut, wird seit 2013 im Pellerhaus am Egidienberg vor allem eines: gespielt. Wer mit offene Augen durchs Gebäude schlendert, findet viele hübsche Zeugnisse der Architektur der 50er Jahre. Wenn es nach den Altstadtfreunden geht, soll sich das Gesicht des markanten Gebäudes nun ändern.


Sie greife nicht in die Bausubstanz ein, gab die Behörde Entwarnung. Die Pläne von Altstadtfreunden und CSU Nürnberg hätten das durchaus getan (wir berichteten). Beide wollten die filigrane Fassade der Architekten Fritz und Walter Mayer abreißen und die im Krieg zerstörte Renaissance- Front des repräsentativen Bürgerhauses aus dem 17. Jahrhundert rekonstruieren.

Pläne, die nicht nur den Protest der -Initiative "Pro Pellerhaus" zur Folge hatten, sondern die mittlerweile auch von der Zeit überholt wurden. Die Stadt will das Haus, in dem bis 2012 die Stadtbibliothek untergebracht war, nämlich umfassend sanieren. "Das Projekt entwickelt sich", sagt Mitarbeiter Sebastian Pfaller. Neue Formate fürs generationenübergreifende Spiel entstünden, ob digital oder analog.

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Baustellenbegehung am Pellerhaus: "Im Westen was Neues"

Bevor die Bauarbeiten in die Winterpause gingen, hat sich auf der Pellerhof-Baustelle einiges getan. Bei kostenlosen Führungen unter dem Motto "Im Westen was Neues" informierten die Altstadtfreunde am Samstag über den Stand der Dinge bei der Wiederherstellung des historischen Gebäudes.


Eventuell wird es im Oktober ein Spielefestival geben – aber wer kann das derzeit schon sicher voraussagen. Die Grobplanung für die Sanierung ist jedenfalls in Arbeit, denn bis zum Kulturhauptstadt-Jahr 2025 soll alles fix und fertig sein. "Dann müssen wir hier raus und eine Weile durch die Stadt nomadisieren", sagt der Wissenschaftler.

Das Spielearchiv wird dann eingelagert – und die rosaroten Lichter gehen aus. Was sagen eigentlich die Nachbarn zu dem illustren Rotlicht in ihrer Nähe? Es gebe keine größeren Beschwerden, betont Pfaller. "Nur ein paar kleinere, wegen der schrillen Farbe."

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