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Rund 250 FFF-Demonstranten protestierten gegen den Ausbau des Frankenschnellwegs

"Fridays for Future" hatte zu der Kundgebung in Nürnberg aufgerufen - 09.04.2021 19:16 Uhr

Geballter Protest: Erneut formulierten die Demonstranten ihren Unmut über den geplanten Ausbau des Frankenschnellwegs. 

09.04.2021 © NNZ


"Was ich gerne hätte, sind autofreie Städte“, skandierten die Teilnehmer der Demonstration, zu der „Fridays for Future“ (FFF) aufgerufen hatte, auf dem Kornmarkt. Sie protestierten gegen den geplanten Ausbau des Frankenschnellwegs (FSW). Wie schon vor drei Wochen stiegen sie nach einer kurzen Kundgebung auf ihre Fahrräder und kehrten nach der Raddemo wieder zum Kornmarkt zurück.

"Spontan organisiert"

Dass es diesmal nicht annähernd so viele Teilnehmer waren wie im März, als 1200 Menschen den Kornmarkt füllten, ist für Organisatorin Matilda Tomlin von „Fridays for Future“ leicht erklärbar. Schließlich habe man die Demonstration diesmal nicht von langer Hand geplant, sondern sehr spontan organisiert – als Reaktion auf die Baustelle am Frankenschnellweg, die zuletzt den Verkehr blockierte.

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Basti Böhm bezeichnete als erster Redner der Kundgebung die aktuellen Auswirkungen der Baustelle als „Geschmacksprobe“ für das, was drohe, wenn der Ausbau des FSW kommt. „Aber das dauert dann nicht zwei Wochen, sondern zehn Jahre“, mahnte Böhm an.

Lärmschutz und mehr Grün

Der FFF-Aktivist machte deutlich, dass dieses Verkehrsprojekt aus seiner Sicht aus der Zeit gefallen ist. Stattdessen benötigten die Anwohner beim FSW endlich einen richtigen Lärmschutz. Und von der Stadtentwicklung her bräuchten die Menschen mehr Parks, mehr Grünflächen und eine „echte Verkehrswende“ mit einer Reduktion des Autoverkehrs bis 2035 um 50 Prozent.

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Hoffnung wegen des Mitgliederentscheids

Bettina Klose vom Bund Naturschutz (BN) gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Mitglieder sich gegen den von den BN-Vorständen ausgehandelten Kompromiss mit der Stadt entscheiden und die Organisation weiter juristisch gegen das Projekt vorgeht. Das Ergebnis der Mitglieder-Abstimmung soll am Montag bekannt gegeben werden. Klose kritisierte, dass zum Beispiel mit der Vorstellung eines „grünen Deckels“ über dem FSW das Verkehrsprojekt schöngeredet und die Bevölkerung getäuscht werde.


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Marco Puschner

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