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Rundweg auf dem Zeppelinfeld: Neue Route für Besucher

Mit dem neuen Konzept sollen auch bisher versperrte Bereiche erschlossen werden - 27.06.2015 06:00 Uhr

Besucher sollen mithilfe eines neuen Rundweges auch auf eigene Faust wichtige Bereiche erschließen können. © Stefan Hippel


Besucher sollen sich damit in etwa eineinhalb Stunden auch auf eigene Faust wichtige Bereiche erschließen können. Diese Basisroute beginnt und endet am Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, dort soll ein Tastmodell auch Blinden und Sehbehinderten die räumliche Orientierung erleichtern. Im Zentrum des Rundgangs steht das Zeppelinfeld mit der Rednertribüne und den Wallanlagen.

Anders als bisher sollen viele Bereiche inklusive Zeppelinfeld wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. Dazu gehören auch neue Einblicke, etwa in ein Treppenhaus der Zeppelintribüne und, durch eine Glastür, in den Goldenen Saal. Auch einen Eckturm will die Kommune erschließen.

Und so sieht das Konzept für den neuen Rundgang aus. © Grafik


Außerdem sollen sogenannte „Sehepunkte“ neue Ein- und Ausblicke ermöglichen. Damit sind Aussichtsplattformen und dreidimensionale Guckkästen gemeint, in denen historische Fotos zu sehen sind. Die Stadt will aber auch dafür sorgen, dass zugewachsene Sichtachsen freigelegt werden und Absperrungen, wie etwa die Leitplanken des Norisringrennens, entfernt werden. Um die Dimensionen des nationalsozialistischen Größenwahns verstehen zu können, sei eine Begehung des Geländes „besser als jeder Film und jedes Bild“, so Kulturreferentin Julia Lehner. 150.000 Besucher pro Jahr (und 225.000 im Doku-Zentrum) sehen das offenbar ähnlich. Dass das Interesse seit Jahren steigt, ist für die Stadt ein weiteres Argument für den Erhalt der zerbröselnden Nazi-Architektur.

Für den Rundgang sollen zehn Stationen ganz oder teilweise neu gestaltet werden, so Ingrid Bierer, Direktorin der städtischen Museen. Es gehe darum, Wissen und Fakten zu vermitteln. Die Besucher sollten aber auch wahrnehmen können, „was hinter dieser Inszenierung steckte“.

Bisherigen Schätzungen zufolge soll der Erhalt des Areals 60 bis 75 Millionen Euro kosten. Genaue Zahlen will die Stadt Mitte 2016 vorlegen, die technischen Untersuchungen der maroden Substanz sollen über den Winter hinweg fortgesetzt werden. „Dann werden wir damit nach Berlin und München gehen“, so Oberbürgermeister Ulrich Maly. Denn Bund und Land haben zugesagt, sich an den Kosten zu beteiligen.
  

Silke Roennefahrt

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