Schocken-Center: Jetzt hat auch die SPD Bedenken

9.9.2016, 11:46 Uhr
Nach den Anwohnern und den Linken äußert auch die Steinbühler SPD Bedenken hinsichtlich des von Edeka neu geplanten Schocken-Centers.

Nach den Anwohnern und den Linken äußert auch die Steinbühler SPD Bedenken hinsichtlich des von Edeka neu geplanten Schocken-Centers. © Stefan Hippel

Erst beschwerten sich die Anwohner rund um den Aufseßplatz teilweise bitterlich über die neuen Pläne für den ehemaligen Kaufhof. Vor allem die Belieferung bereitet den Nachbarn Sorgen. Diese soll, nach derzeitigem Stand der Planungen, über die Siebenkees- und Wiesenstraße erfolgen. Die Kritiker dieses Vorhabens versuchte Baureferent Daniel Ulrich bereits zu beruhigen: "Für diesen Fall gilt die Auflage, dass eigens ein Einweiser zu beschäftigen ist, der die Lkw beim Ein- und Ausrangieren sicher durch die Fußgängerzone lotst."

Anschließend folgte der Ortsverband Südstadt der Linken, der dem Baureferat schwere Vorwürfe machte. Obwohl das Kaufhaus nun abgerissen wird, habe die Stadt ihre früheren Versprechen nicht eingehalten. Die sahen unter anderem vor, dass ein neuer Radweg gebaut wird, falls "der Schocken" je fällt. Außerdem hätten sich die Linken zudem an diesem Standort ein neues Schulzentrum für die Südstadt gewünscht.

Nun äußert auch der SPD-Ortsverein Steinbühl ernste Bedenken, was das Vorhaben angeht. Unter anderem bereitet auch ihm der Lieferverkehr Sorgen. "Die Belieferung ausschließlich über den erst vor wenigen Jahren sanierten und vom Verkehr entlasteten Bereich der östlichen Wiesenstraße abzuwickeln, ist schon ein sehr ambitionierter Plan", heißt es in einem offenen Brief der Partei an die Edeka-Unternehmensgruppe.

Wohnungen werden vermisst

Nach Einsicht der Pläne finden die Sozialdemokraten außerdem, dass diese "etwas mehr Pep haben" könnten. Etwa regen sie an, dass die Dachfläche, die bislang ungenutzt sein soll, besser integriert werden könnte. Denkbar seien eine Gastronomie, eine Kindertagesstätte wie auf dem Parkhausdach von Musik Klier in der Bulmannstraße oder auch Wohnungen. Die nämlich werden bei diesem Projekt von der SPD insgesamt vermisst.

Weitere Anregungen betreffen die Ostseite des Erdgeschosses. Hier biete sich die Möglichkeit "der Öffnung des Hauses zum Stadtteil". Damit könne zudem ein städtebauliches Problem gelöst werden. Der Durchgang von der Landgrabenstraße zum Aufseßplatz würde sich verbreitern, so dass Fußgänger und Radfahrer mehr Platz hätten.

Mit ihren Vorschlägen, betont der SPD-Ortsverein gegenüber dem Stadtanzeiger, wolle man die Planungen für das im Viertel langersehnte Projekt allerdings nicht gefährden. Ziel sei lediglich, einen Dialog mit allen Beteiligten anzustoßen, um so ein "Hochschaukeln der Emotionen zu verhindern".

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