Schüler wollen eine plastikfreie Zukunft

27.11.2018, 16:39 Uhr
Aktion „Baumwolle statt Plastik“: Die Grundschüler finden die designten Taschen toll. Beim Mittagessen im „Suppenlöffel“ interessieren sie sich auch für die Waage und die Kasse.

Aktion „Baumwolle statt Plastik“: Die Grundschüler finden die designten Taschen toll. Beim Mittagessen im „Suppenlöffel“ interessieren sie sich auch für die Waage und die Kasse. © Fotos: Doreen Gareis

"Wenn Plastikmüll in der Fabrik verbrannt wird, dann entsteht Kohlendioxid, und das ist schlecht für die Umwelt", erklärt der siebenjährige Kerem. Die sechs- bis zehnjährigen Schulkinder der Mittagsbetreuung der Ludwig-Uhland-Grundschule haben Projekttag. "An diesen Tagen unternehmen wir jedes Mal etwas Besonderes, beispielsweise zum Thema Umweltschutz", erklärt Erzieherin Alexandra Kaßburg-Köhler.

Heute führt der Weg der Schülergruppe zu einem Bio-Caterer für Kindergärten und Schulen, dem "Suppenlöffel". Inhaberin Sabine Trinklein-Reibrich hatte sich zuvor ausführlich Gedanken zur Woche der Abfallvermeidung gemacht. "Es reden viele darüber, aber es sind viel zu wenige, die tatsächlich etwas dafür tun", findet die Ernährungsberaterin. Sie entwarf gemeinsam mit ihrer Tochter und einer befreundeten Künstlerin ein ansprechendes Design und ließ es auf 500 Baumwolltaschen drucken. Seit einigen Tagen verschenkt sie diese an Kindergärten, Schulen und Straßenpassanten. "Baumwolle statt Plastik" – so lautet das Motto, das auf den Taschen zu lesen ist.

Verzicht auf Wegwerfprodukte

"Aber es geht mir nicht nur um die Taschen. Zum Beispiel stecke ich immer meine Porzellantasse ein, wenn ich unterwegs bin", verrät Trinklein-Reibrich. Egal, ob sie sich einen Kaffee kauft oder zwei Eiskugeln, sie benötigt dafür kein Wegwerfprodukt. Die Sechs- bis Zehnjährigen hören aufmerksam zu. Sie wissen bereits erstaunlich viel über Umweltverschmutzung und wie man sie vermeiden kann. "Das Plastik schwimmt im Meer herum, die Fische fressen das und ersticken daran", erklärt der sechsjährige Jonathan. Und die zehnjährige Jenny erzählt von einem Dokumentarfilm, den sie sich angeschaut hatte. Über so viel Plastikmüll im Meer, dass beinahe kein Wasser zu sehen war.

"Die Fische haben dann keinen Schutz mehr und werden verletzt", fügt Rand (7) hinzu und die gleichaltrige Fatima weiß, dass nicht nur Fische, sondern auch Schildkröten und andere Meerestiere daran sterben können.

Martina Krüger ist den Schülern ein Vorbild, denn sie benutzt seit beinahe 25 Jahren keine Plastiktaschen mehr. Die Kinder schauen ihre Erzieherin mit großen Augen an. "25 Jahre?" Das muss für die Kleinen eine unendlich lange Zeit sein.

Das Mittagessen gibt es heute im "Suppenlöffel". "Was esst ihr am liebsten?", wird in die Runde gefragt. Pizza Margarita und Lasagne haben die Nase vorn, gefolgt von Kartoffeln mit Quark. Dann greift die Ernährungsberaterin beherzt zur Suppenkelle. "Gulaschsuppe oder Kürbissuppe?" Die Schüler entscheiden sich für Letztere und lassen es sich gut schmecken. Danach gibt es Käsekuchen und alle Naschkatzen sind begeistert.

Von dem Projekttag nimmt jedes Kind eine Baumwoll-Einkaufstasche mit nach Hause. "Ich verteile sie kostenlos, damit künftig bei keinem Einkauf mehr eine Plastiktüte verwendet wird", so lautet der Wunsch von Sabine Trinklein-Reibrich.

ZInfo: www.suppen-loeffel.de

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