Betonbrocken stürzte auf Hauptverkehrsader

Schwertransporter kracht in Brücke: Verkehrsbehinderungen auf der Südwesttangente

8.12.2021, 15:22 Uhr
 Zu hoch für eine Brücke war am Dienstagabend ein Schwertransporter, der auf der Südwesttangente in Nürnberg unterwegs war.

 Zu hoch für eine Brücke war am Dienstagabend ein Schwertransporter, der auf der Südwesttangente in Nürnberg unterwegs war. © ToMa

Die Südwesttangente war übersät mit Betonbrocken, sie flogen meterweit über die Fahrbahn. Gegen 21.35 Uhr kollidierte auf einer der Hauptverkehrsadern zwischen Nürnberg und Fürth ein Schwertransporter mit einer Brücke. Wie es zu dem Zwischenfall kommen konnte, ist unklar. Noch vor der Abfahrt auf dem Gelände einer Firma in Cadolzburg prüfte die Polizei den tonnenschweren Laster routinemäßig - und gab grünes Licht. Auf dem Weg aus dem Landkreis Fürth nach Nürnberg aber kam es zu dem folgenschweren Unfall. Der Schwertransporter hatte ein Wohnmodul geladen.

Verletzt wurde glücklicherweise niemand, auch, weil zu später Stunde kaum Verkehr auf der Südwesttangente war. Die Brücke, die die Hügelstraße über die Tangente führt, ist schwer beschädigt. Noch in der Nacht rückten neben der Berufsfeuerwehr auch ein Experte des Technischen Hilfswerks sowie ein Baustatiker der Stadt an. Aus Sicherheitsgründen blieben die Südwesttangente sowie die Hügelstraße zunächst in beiden Richtungen für den Verkehr gesperrt.

Sperrungen am Mittwoch

Sachkundige der Stadt müssen sich vor Ort ein Bild machen und einschätzen, ob und wie und in welchem Umfang die beschädigte Brücke, die erst vor kurzem nach einer rund zweijährigen Sanierung im Frühjahr 2020 für den Verkehr freigegeben wurde, repariert werden muss. Der für den Bau und Unterhalt der Nürnberger Brücken zuständige Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg sichert momentan die angefahrene Brücke gegen herabfallende Betonteile und entfernt die herabhängenden Stahlteile der Brückenbewehrung, sodass die reguläre Durchfahrtshöhe wiederhergestellt wird. Zurzeit steht dem Verkehr auf der Südwesttangente in Richtung Feucht nur eine Fahrspur zur Verfügung.

Für den Verkehr auf der Brücke gibt es folgende Einschränkung: In stadtauswärtiger Richtung ist die Brücke in Fahrtrichtung Gebersdorf (Südwestpark) nur einspurig befahrbar. Die rechte Fahrspur bleibt solange gesperrt, bis die Ergebnisse der Nachrechnung der Brücke neue Erkenntnisse bringen. Von Gebersdorf in Fahrtrichtung Innenstadt werden alle Fahrspuren wieder freigegeben. Fußgänger und Radfahrer können die jeweiligen Wege wieder nutzen. Komplett verboten ist derzeit der Verkehr mit Lastern über siebeneinhalb Tonnen. Rund um das Areal befinden sich zahlreiche Industriebetriebe und Speditionen - sie müssen am Mittwoch zunächst Umwege fahren.

An der Unterseite der Brücke sowie an dem Wohnmodul entstanden massive Beschädigungen. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 100.000 Euro.

Der Schwertransport setzte seine Fahrt nach der Unfallaufnahme unter Polizeibegleitung bis zum Nürnberger Hafen fort. Die Ermittlungen zu Unfallhergang und Unfallursache werden von der Verkehrspolizei Nürnberg geführt.

Der Artikel wurde zuletzt am 8. Dezember um 15.05 Uhr aktualisiert.