Corona-Pause dauert an:

So steht es um den Nürnberger Kult-Club "Stereo" in der Pandemie

9.5.2021, 20:35 Uhr
Keine Musik, keine feiernden Menschen - Im Nürnberger Kult-Club

Keine Musik, keine feiernden Menschen - Im Nürnberger Kult-Club "Club-Stereo" ist es seit Beginn der Pandemie ruhiger geworden. © Club-Stereo

Im September vergangenen Jahres sollte im "Stereo" ein Partymonat zum 15-jährigen Club-Jubiläum anstehen. Doch es kam anders: Am 14. März 2020 sperrten die Betreiber ihre Kulturstätte zu, seitdem ist es still geworden. Über ein Jahr und viele kreative Lösungen zur Erhaltung später gibt der Betreiber des Kult-Clubs einen Einblick, was in der Klaragasse 8 seit Beginn der Corona-Pandemie alles passiert ist.


Disco-Shutdown: Nürnbergs Clubs kämpfen ums Überleben


Der "Stereo"-Chef David Lodhi ist seit 2005 Teil des Teams und führt die Diskothek durch die Krise. "Auch ohne dass der Club 'Stereo' geöffnet ist, passieren durchaus Dinge", sagt er. In den vergangenen Monaten zeigte sich das Team kreativ, sowohl um sich selbst über Wasser zu halten aber auch um den Fans des Kult-Clubs zu zeigen: "Wir sind noch da!". Zahlreiche Party-Streams im Netz, ein Sommerbiergarten auf dem Kornmarkt und ein Podcast mit dem Team - auch wenn es in den Kellergewölben stiller als sonst wurde, die Betreiber des Clubs zeigen sich unermüdlich.

"Ohne unsere Fans und Stammgäste wäre es im halben Jahr nach dem ersten Lockdown richtig eng geworden", verrät Lodhi. Um dennoch über die Runden zu kommen, startete das Team ein Crowdfunding. "Inzwischen passt das bayerische Spielstättenprogramm auf uns auf und trägt die laufenden Kosten", sagt Lodhi, fügt aber hinzu: "Das heißt nicht dass es uns gut geht, aber wir sind - Stand jetzt - überlebensfähig."

Renovierung und Hygienekonzept: "Charme bleibt"

Im Keller der Klaragasse 8 wird seit über einem Jahr nicht mehr getanzt, was nicht bedeuten soll, dass die Räumlichkeiten einstauben. "Unser Sanitärbereich wird seit Februar dank einer Förderung des Neustart-Kultur-Programmes vom Bund renoviert", sagt der "Stereo"-Betreiber. Dies sei einerseits schade, da die alten Toiletten einen echten "Legendenstatus" gehabt hätten. Andererseits habe dieser Bereich seit knapp 15 Jahren keinen neuen Anstrich mehr erhalten. Die Tanzfläche im "Stereo" diente eine Zeit lang als Lager für Merchandise, wie Mützen, Hoodies oder für die bald erscheinende "Sommerkollektion" mit Strandtüchern und Shirts.


Nürnberger Disco schlägt Alarm: "In vier Wochen ist das Geld weg"


Doch wie geht es nun mit dem Nürnberger Kult-Club weiter? Betreiber Lodhi gibt einen Einblick in die Planung der kommenden Monate: "Im Rahmen des Neustart-Kultur-Programmes vom Bund dürfen wir einige Pandemie-gerechte Konzerte veranstalten. Wir hoffen, dass dies im Herbst möglich sein wird. Einen Sommergarten auf dem Kornmarkt, so wie im letzten Jahr, wird es heuer nicht geben", erläutert der Stereo-Chef und erklärt: "Die Situation war und ist noch immer zu unsicher und lässt es nicht zu, solche Dinge vernünftig zu planen."


Als Trostpflaster für alle Partywütigen im Corona-Lockdown gab es in den Herbst und Wintermonaten die Stereo-Streams mit DJ und Blick auf die Plattendecks auf Twitch. "Das regelmäßige Streamen haben wir Ende April aufgehört", sagt Lodhi, verrät aber auch, dass für Stereo-Fans bald eine kleine Überraschung anstehen könnte: "Ein zwei Sachen planen wir gerade noch für den Sommer, aber da will ich noch nicht zu viel verraten." Wann im Stereo endlich wieder wilde Feten und Konzerte stattfinden können ist also noch nicht klar, doch Lodhi träumt von einem baldigen Ende der Stille: "Mit Partybetrieb rechnen wir vorerst nicht. Wenn wir an Silvester wieder miteinander feiern dürfen, wäre das toll und viel mehr als wir gerade erwarten würden."

Keine Kommentare