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Soll die Maskenpflicht fallen? Das sagen die Nürnberger dazu

16.6.2021, 09:11 Uhr
Noch darf man Orte wie die Nürnberger Stadtbibliothek nicht ohne Maske betreten - nun aber ist die Debatte entbrannt, wie lange das so bleiben soll.

Noch darf man Orte wie die Nürnberger Stadtbibliothek nicht ohne Maske betreten - nun aber ist die Debatte entbrannt, wie lange das so bleiben soll. © Michael Matejka

Maike Klein hat eine klare Haltung. "Draußen finde ich die Maske nicht erforderlich", sagt die 22-Jährige, die gerade mit Freunden auf der Wöhrder Wiese zusammensitzt und den Abschluss ihrer Abiprüfungen feiert. Im Inneren dagegen sollte man die Pflicht zum Maskentragen durchaus beibehalten, findet die junge Frau. "Wenn viele verschiedene Menschen zusammen kommen, kann immer etwas passieren." Obwohl sie selbst schon geimpft ist, würde sie die Maske sogar freiwillig tragen, falls der Mundschutz nicht mehr vorgeschrieben ist. "Es gibt so viele Mutationen, da kann man sich vielleicht auch mit Impfschutz noch anstecken."

Ihre Mitschülerin Ida Eisenmann wünscht sich, dass die Frage, ob Masken Vorschrift sind oder nicht, von Fachleuten entschieden wird. Sie wüssten am besten, ob die Mundbedeckung aus Gründen des Infektionsschutzes immer noch nötig ist. "Ich selbst möchte das gar nicht entscheiden müssen", sagt die 27-Jährige. "Und ich erwarte, dass sich auch die Regierung nach dem richtet, was die Spezialisten sagen." An der freien Luft jedoch sieht auch sie im Maskentragen keinen Sinn mehr. Die Ansteckungsgefahr sei ohnehin niedrig, "auf sinkende Zahlen sollten die Entscheidungsträger reagieren".


Experte erklärt: Wann die Maskenpflicht fallen könnte


Die Pädagogin Bettina Gottschalk sieht das ähnlich, sie ist bei den gegenwärtigen Inzidenzzahlen sogar für eine Abschaffung der Maskenpflicht im Klassenzimmer. "Derzeit sind ohnehin alle Schüler getestet, im Sommer kann man außerdem gut lüften, da sollte man sie absetzen dürfen." Grundsätzlich ist die Lehrerin aber froh, dass es die Masken gibt. "Als wir noch nicht geimpft waren, waren die Masken für uns der einzige Schutz vor einer Ansteckung." Sie habe sonst allenfalls noch die Fenster öffnen können, "da fand ich die Maskenpflicht schon angebracht. Jetzt könnte man aber über Lockerungen nachdenken."

Das findet auch die Psychologin Doris Wallraff. Sie hält auch in Restaurants und Kinosälen eine Maskenpflicht mittlerweile für überflüssig. "Es sitzen ja ohnehin alle mit Abstand weit auseinander und sind getestet, geimpft oder genesen." Beim Einkaufen dagegen, wo viele unterschiedliche Menschen für einen kurzen Zeitraum zusammen kommen, könnten die Masken ruhig bleiben, findet die 49-Jährige. Für wichtig hält sie zudem, dass die Menschen aufeinander Rücksicht nehmen. "Die Ängstlichen gehen vor! Wenn sich jemand im direkten Umgang sicherer fühlt, wenn ich eine Maske trage, dann setze ich sie natürlich auf." Wallraff hofft jedoch, dass sie dann künftig wenigstens nicht mehr zur FFP2-Maske greifen muss. "Die OP-Masken sind wesentlich angenehmer. Und meines Wissens gibt es keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die FFP2-Masken so viel mehr bringen."


Kommt das Ende der Maskenpflicht? Spahn für schrittweise Lockerungen


"Draußen im Freien wäre es angebracht, dass man die Maskenpflicht abschafft", meint Hildegard H., die sich gemeinsam mit einer Freundin auf einer Bank auf der Insel Schütt niedergelassen hat. "In den Geschäften sollte sie aber bleiben – auch wenn das Einkaufen ohne mehr Spaß macht." Aufgrund ihrer Pollenallergie hat das Maskentragen für sie einen zusätzlichen Vorteil: "In diesem Jahr habe ich davon deutlich weniger bemerkt."

Die Meinung von Tanja Sander ist dagegen eindeutig, auf keinen Fall solle gelockert werden: "Es ist einfach eine Möglichkeit, sich zu schützen." Sie selbst wäre bereit, noch sehr lange eine Maske zu tragen. Auch später, wenn die Pandemie wirklich vorbei ist, käme das Maskentragen für die junge Frau in Frage, "dann vielleicht aber eher eine OP-Maske oder eine der selbstgenähten Masken, wie am Anfang."


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Dem will sich ihr Begleiter Stefan Sommer anschließen. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei", warnt er, "auch wenn jetzt gerade die Zahlen runtergehen." Für ihn ist die Gefahr durchaus realistisch, in eine vierte Welle zu rutschen. "Daher sollten wir lieber abwarten, bis wir mit den Zweitimpfungen die nötige Quote für die Herdenimmunität erreicht haben."

"Selbstverständlich sollte die Maskenpflicht gelockert werden!", sagt hingegen Patrick A. Die derzeitige Politik von Markus Söder sieht er eher kritisch: "Wenn man sich die derzeitigen Inzidenzen anschaut, wenn man auf andere Städte schaut, wo es ja läuft, dann sollte die Pflicht beendet werden." Die FFP2-Masken findet er sehr unangenehm zu tragen: "Gerade wenn man mit dem Bus oder der Straßenbahn fährt, fühlt man sich unter der Maske als würde man ersticken."

Renate Schrauf hingegen würde die Maske sogar im Freien weiter tragen, denn "Hygiene ist eine der größten Schutzmöglichkeiten, die wir in der Pandemie haben." Auch in Zukunft könnte sie sich gut vorstellen, manchmal weiter eine Maske zu tragen, "um andere Menschen zu schützen." Und überhaupt, sagt sie: "Man hat sich an die Maske gewöhnt."