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Sonntags essen wie bei Muttern

Im „Baggerloch“ setzen die Wirte auf Hausmannskost - 07.09.2012 07:44 Uhr

Wirt Erich Reiterer serviert im lauschigen Garten des Baggerlochs Hausmannskost.

© Eduard Weigert


Wenn man als Kind mit den Eltern im Biergarten war, dann gab es getränketechnisch eine entscheidende Frage: „Gelbes oder weißes Limo?“ Apfelschorle war noch nicht so hip, Biolimonade noch lange nicht erfunden. Das waren noch Zeiten!

Und im „Baggerloch“ steht es tatsächlich noch so da: „Gelbes und weißes Limo.“ Wie schön. Logisch, dass auch die Speisen in der kleinen Gaststätte in Gleißhammer passend dazu fränkischer Herkunft sind.

„Wir kochen regional und saisonal“, sagt Wirtin Rosi Reiterer (51). „Spargel kriegen Sie also bei uns im Winter keinen“, fügt sie lachend hinzu. Dafür momentan Pfifferlinge in Suppenform oder mit Rührei, so ganz nach Omas Art. Ein Bestseller des Hauses ist die selbst gemachte Tellersülze mit frisch gebrutzelten Bratkartoffeln — die geht an heißen Tagen öfter über den Tresen als die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Werden denn die Schnitzel in der Pfanne gemacht? Auf diese Frage erntet man von Wirtin Rosi einen strafenden Blick. „Aber ich bitte Sie, natürlich!“ In die Friteuse kommen im „Baggerloch“ nur die Pommes, sonst nichts. Die Frage, ob der Kartoffelsalat aus eigener Herstellung stammt, kann man sich also getrost sparen. Es versteht sich von selbst, dass bei ihr in der Küche täglich der Kartoffelschäler zum Einsatz kommt.

Netter Service

Die Kantine der Kleingartenkolonie des Unterbezirks „Baggerloch“ der Bahnlandwirtschaft ist seit 15 Jahren erfolgreich in der Hand der Gastronomenfamilie Reiterer. Mutter, Vater und Sohn Michael sind sich einig beim Konzept: bodenständige und ehrliche Hausmannskost, gepaart mit familiärem und nettem Service.

Das Wirtshausschild des Gartenlokals in Gleißhammer.

© Eduard Weigert


„Unsere Gäste legen großen Wert auf persönlichen Kontakt“, erzählt Erich Reiterer. Drum verlässt der 68-Jährige immer wieder mal seinen Platz hinterm Tresen und hält hier und dort ein Schwätzchen am Tisch und fragt nach dem werten Befinden seiner Gäste. Das komme gut an, vor allem bei den Senioren, die den Großteil des Publikums ausmachen. „Unser ältester Gast ist 99 und er kommt jeden Sonntag zum Essen“, sagt Reiterer sichtlich stolz.

Die Tageskarte bietet dann typisch fränkische Feiertagsschmankerln wie Schäufele, Krustenbraten, Ente und Leberknödelsuppe. Die passende Sonntagsruhe gibt es hier allerdings jeden Tag frei Haus. Abgelegen von großen Straßen ist das „Baggerloch“ eine wahre Stilleoase. Mittendrin im weitläufigen Kleingarten-areal rund um das Zeltnerschloss ist das Prädikat „Essen im Grünen“ nicht übertrieben.

Im Biergarten sitzt man gemütlich unter dem Blätterdach zweier großer Walnussbäume. Während man ein Bier einer Kulmbacher Brauerei genießt (oder sein gelbes Limo) kann man herrlich entspannt dem Vogelgezwitscher oder dem Stammtischgeplauder lauschen. Einen Baggersee, wie der Name vielleicht vermuten lässt, gibt es übrigens nicht. Als in Nürnberg der Hauptbahnhof gebaut wurde, hat man hier den dafür benötigten Sand abgebaut. Übriggeblieben ist davon ein einziger Bagger, und zwar ein kleiner roter auf dem Eingangsschild zur Gaststätte.

Mehr Informationen über das Baggerloch in unserer Rubrik Essen und Trinken!

MANUELA PRILL E-Mail

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