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Sör-Bilanz nach Rock im Park: Weniger Müll als im Vorjahr

Der Veranstalter gibt das Gelände am Freitag offiziell der Stadt zurück - 14.06.2019 07:44 Uhr

Zelte, Bierdosen und Platikdosen: Unmittelbar nach Rock im Park lag überall auf dem Festivalgelände Müll verteilt. © Athina Tsimplostefanaki


Während es dem Veranstalter im vergangenem Jahr mehrfach nicht gelungen ist, vorgegebene Fristen einzuhalten, um das Gelände der Stadt so zurückzugeben, wie er es übernommen hatte, liegt Argo Konzerte diesmal voll im Zeitplan. Schon am Mittwoch hat der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) 70 Prozent des Festivalgeländes ohne Beanstandungen abgenommen. Am Freitag, dem Tag der offiziellen Übergabe, stehen lediglich ein paar kleinere Nachbesserungen an, wie Bürgermeister Christian Vogel erklärt.

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Das große Finale von Rock im Park steht erst noch bevor, doch schon jetzt stapeln sich die Müllberge zwischen den Zelten und auf den Wegen zu den Bühnen. Neben unzähligen Bierdosen, Flaschen und Essensresten haben auch etliche Zelte und Klappstühle das Wochenende nicht überlebt. 300 Tonnen Müll fallen pro Jahr auf dem Festival an. Unsere Reporter haben sich auf dem Gelände umgesehen!


"Wir haben den Veranstalter im letzten Jahr enorm kritisiert", sagt der Sör-Chef. Solche Verzögerungen wollte sich die Stadt nicht noch mal bieten lassen. "In diesem Jahr können wir sagen: Der Veranstalter hat gelernt", lobt der SPD-Politiker die professionelle Herangehensweise. So hat Argo Konzerte gleich fünf Firmen beauftragt, das Festivalgelände zu reinigen, von denen jede für ein anderes Gebiet zuständig war. Ein Vorgehen, das sich ausgezahlt hat.

Mehr Nachhaltigkeit bei Rock im Park 2020

Trotz der planmäßigen Reinigung des Geländes ist längst eine Diskussion entbrannt, wie es weitergehen soll. Die Stadtrats-Grünen verweisen auf andere europäische Großveranstaltungen. Das Festival im dänischen Roskilde etwa habe längst eine Nachhaltigkeitsstrategie aufgesetzt. Laut einem Antrag der Grünen soll die Verwaltung Anforderungen an den Veranstalter in puncto Nachhaltigkeit prüfen. Sie soll Möglichkeiten eruieren, Pfandsysteme für Müll und Getränke einzuführen, weniger Einweg einzusetzen oder auch Müll besser zu trennen und zu recyclen.

Von vermüllt zu aufgeräumt: So groß der Aufräum-Effekt bei Rock im Park

© Nassir Bakshi

© Claudia Urbasek

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Die Behauptung der Grünen, dass die Müllmenge in den letzten Jahren angestiegen ist, weist Christian Vogel zurück. Nach rund 300 Tonnen Müll bei Rock im Park 2018 dürften es diesmal "lediglich" 280 bis 285 Tonnen sein. Tatsächlich wiegt Sör den gesammelten Müll, weiß also genau Bescheid. In einem anderen Punkt schließt sich Vogel den Grünen allerdings an, nämlich dass die Menge großen Mülls durch Zelt- und Möbelreste gestiegen sei.

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"Etwa 30 Prozent der Zelte bleiben stehen", bilanziert der Sör-Chef. Eine erschreckend hohe Zahl und Sinnbild der Wegwerfgesellschaft. Von einem Festival-Problem möchte Vogel dennoch nicht sprechen. Es handle sich um ein allgemeines Problem. An einem heißen Wochenende kämen in beliebten Grünanlagen wie dem Marienberg und dem Pegnitztal bereits 15 Tonnen Müll zusammen, obwohl dort deutlich weniger Leute ihre Freizeit verbringen.

Neue Ansätze bei Rock im Park 2020

Mit Blick auf Rock im Park 2020 schweben Vogel verschiedene Ideen vor. Eine sieht zehn bis 15 große Gemeinschaftsgrills vor – sogenannte Hotpoints. Gleichzeitig könnte man sämtliche Einweggrills verbannen. Eine andere Frage wäre, wie man das beliebte Green Camping ausweiten könnte. Die dortigen Flächen blieben deutlich sauberer. Auf der Suche nach Lösungen seien aber nicht nur Veranstalter und Stadt, sondern auch "die große Politik gefragt".

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