SPD fordert: Wer Werbung schaut, fährt kostenlos VAG

10.3.2017, 05:32 Uhr
Wer Werbung schaut, der bekommt nach dem sogenannten Düsseldorfer Modell zwar kein Ticket aus Papier, aber eine Berechtigung in Form eines E-Tickets.

Wer Werbung schaut, der bekommt nach dem sogenannten Düsseldorfer Modell zwar kein Ticket aus Papier, aber eine Berechtigung in Form eines E-Tickets. © Andreas Franke

Die Düsseldorfer Rheinbahn macht es vor. Wer will, kann dort ein kostenloses Ticket für den Nahverkehr lösen, indem er sich zuvor auf dem Handy vier Werbespots ansieht. Laut SPD wurden auf diese Weise bereits in der ersten Woche mehr als 10.000 Fahrscheine gelöst. Die Partei sieht darin ein Modell auch für Nürnberg und fordert die VAG auf, das Projekt vorzustellen und Möglichkeiten der Umsetzung zu prüfen.

Das werbefinanzierte E-Ticket wäre "ein attraktiver Beitrag zur fortschreitenden Digitalisierung unserer Lebensbereiche", so Stadträtin Eva Bär. Nach einem Aktionsplan des Bundesverkehrsministeriums solle das elektronische Ticket bis 2019 die Papierfahrkarten in fast allen deutschen Städten überflüssig machen, so ihr Fraktionskollege Thorsten Brehm.

Freiwillige Nutzung als Voraussetzung

Ziel sei ein einheitliches elektronisches Ticket für ganz Deutschland und für alle Verkehrsmittel - auch über einzelne ÖPNV-Verbünde und Unternehmen hinweg. Auch deshalb halten beide das werbefinanzierte E- Ticket für einen positiven Ansatz, sofern dessen Nutzung freiwillig bleibe.

Der VAG ist das Projekt bereits bekannt. Das Handyticket sei kein Angebot der Rheinbahn, sondern stamme von der Firma Welect, so Sprecherin Yvonne Müller. Die Rheinbahn habe dem Unternehmen 10.000 Tickets verkauft. Um das Angebot zu nutzen, müsse sich der Nutzer die Firmen-App herunterladen und erhalte dann nach dem Betrachten der Werbespots die kostenlose Fahrkarte - allerdings nur solange, bis das Kontingent erschöpft sei.

Laut Müller hatte die VAG bereits Kontakt mit Welect. "Derzeit gibt es allerdings viele offene Fragen." Unklar sei beispielsweise, ob es auch eine verbundweite Lösung gibt. Zudem müssten immer ausreichend Tickets verfügbar sein. "Die VAG und der VGN werden das Projekt weiter beobachten."

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