Spielplatz nur zum Anschauen

12.9.2016, 21:20 Uhr
Der Rasen sprießt üppig, neue Sträucher sind auch schon angepflanzt und die neuen Spielgeräte zum Klettern und Rutschen sind seit gut sechs Wochen fertig: Trotzdem versperren weiterhin große Bauzäune die neu gestaltete Spielanlage am Leiblsteg im Nürnberger Westen. Als Folge warten auch die Sitzbänke noch auf Gäste. Planmäßig erfolgt die Eröffnung erst im November.

Der Rasen sprießt üppig, neue Sträucher sind auch schon angepflanzt und die neuen Spielgeräte zum Klettern und Rutschen sind seit gut sechs Wochen fertig: Trotzdem versperren weiterhin große Bauzäune die neu gestaltete Spielanlage am Leiblsteg im Nürnberger Westen. Als Folge warten auch die Sitzbänke noch auf Gäste. Planmäßig erfolgt die Eröffnung erst im November. © Foto: Eduard Weigert

"Liebe Kinder und Eltern, liebe Anwohner, es ist fast geschafft! Bald ist alles fertig. Ein paar Kleinigkeiten sind noch zu erledigen und vor allem muss der Rasen noch anwachsen. Ihr müsst unbedingt so lange warten, bis der Bauzaun fortgestellt wird. Das ist wichtig. Wir freuen uns mit Euch auf die Einweihung." Diese Sätze stehen, umrankt von bunten Blättern, auf einem großen Plakat, das am Zaun des Spielplatzes am Leiblsteg verankert ist. Die Hinweise werden weitgehend befolgt, obwohl die neuen, knallig bunten Spielgeräte schon seit Ende Juli sehr zum Klettern, Rutschen und Toben einladen.

Laut André Winkel von Sör sind vereinzelt auch schon Kinder drübergeklettert und haben die neuen Attraktionen ausprobiert. Was einen wenig wundert, denn immerhin hat der Nachwuchs aus Eberhardshof und Umgebung schon vor gut drei Jahren kreative Ideen eingespeist, damit der in die Jahre gekommene Spielplatz beim Fußgängersteg nach Leyh über den Frankenschnellweg ein schöneres Gesicht bekommt.

Teilöffnung angeregt

Doch nachdem sich bereits der Umbaustart um ein Jahr auf Frühjahr 2016 verschoben hatte, wird die Eröffnung des 1,1-Millionen-Euro-Projekts (gefördert mit 640.000 Euro Fördergeldern aus dem Stadtumbau West) zunehmend zur Geduldsprobe. Bei Sör räumt Winkel ein, dass die Stadt aktuell von November ausgehe, damit auch Sträucher und Rasenflächen stabil genug für bolzende Jungs sind. Eine Perspektive, die Anwohner und Passanten für eine Zumutung halten. Zumindest eine Teilöffnung der Anlage mit den Spielgeräten für die kleineren Kinder sollte aus ihrer Sicht möglich sein. Auf Anfrage des Stadtanzeigers betont Sör-Planerin Thea Weber, dass dieser Vorschlag unter die Lupe genommen werde. Als Knackpunkt gilt jedoch die rechtliche Frage der Gewährleistung.

"Das werden wir wohlwollend prüfen", verspricht Bürgermeister Christian Vogel, der sich als Erster Sör-Werkleiter für eine "Lösung im Sinne der Anlieger" einsetzen will. Den Spielplatz so lange nur zum Anschauen zu haben, sei "ärgerlich für die Betroffenen". Den Ausweg aus dem Dilemma müssten aber die Fachleute klären.

Ansonsten erinnert Vogel aber daran, dass 2016 bereits "so viele schöne Spielplätze wie nie eröffnet wurden", die sich alle sehen lassen könnten. Neben dem Projekt in der Wismarer Straße nennt er weitere Realisierungen in Ziegelstein an der Hugo-Junkers-Straße sowie in Gebersdorf und Muggenhof. In der Nähe vom Fuchsloch ist Ende Juli ein Spiel- und Bolzplatz eröffnet worden, etwa einen Kilometer vom Leiblsteg entfernt auf der anderen Seite der Fürther Straße. Dort gab es mangels Rasenflächen keine längere Wartezeit.

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