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Stadt Nürnberg will Impfrückstand mit erweitertem Angebot aufholen

Nach kurzzeitigem AstraZeneca-Stop: Ein langer Donnerstag versorgt bis 20 Uhr die Bürger - 19.03.2021 17:42 Uhr

Unter Hochdruck werden nun die Impfungen mit AstraZeneca wieder aufgenommen.

11.12.2020 © Daniel Karmann, dpa


Ab sofort wird AstraZeneca wieder gespritzt. Auch im Impfzentrum in der NürnbergMesse, Halle 3C. Mit dem Samstag, 20. März, kommt dieser Wirkstoff dann auch am dezentralen Impf-Ort in der ehemaligen Kfz-Zulassungsstelle in der Großreuther Straße 115 zum Einsatz.

Nun ist Tempo angesagt: Um den Rückstand der letzten Tage aufzuholen, hat die Stadt Nürnberg die Kapazitäten erhöht und wird am Wochenende bis zu 1300 Impfungen pro Tag im Impfzentrum durchführen, wie Christine Schüßler von der Koordinierungsstelle Impfzentrum sagt. Am kommenden Donnerstag, 25. März, soll dann erstmals ein "langer Impftag" durchgeführt werden. Von 8 bis 20 Uhr werden jene Bürger, die an der Reihe sind, im Impfzentrum versorgt. Eine einmalige Sache soll diese Ausdehnung nicht bleiben: Im Moment laufen die Vorbereitungen für zwei solche langen Impftage pro Woche im Impfzentrum, teilt die Stadt mit.

Verunsicherung bei den Bürgern

Verunsicherung gab es bei Bürgern, die vor kurzem einen Impftermin über das Software-Portal "BayIMCO" bekommen haben und bei denen die Verabreichung des Vakzins AstraZeneca im persönlichen Profil ausgewiesen war. "Auch diese Impfungen werden wie geplant durchgeführt", heißt es.

Zudem können neue Termine gebucht werden. An die priorisierten Personen in Nürnberg werden Mitteilungen verschickt. Die Stadt empfiehlt, vor dem Impftermin das zuvor angelegte persönliche Profil in der Software nochmals aufzurufen und sämtliche Impfdaten zu überprüfen.

Die beim Servicetelefon gebuchten Impftermine werden durch Anrufe von Mitarbeitern nochmals bestätigt, teilt die Stadt mit. Sämtliche eingeplanten Erst- und Zweitimpfungen an den Impfbus- Standorten Boxdorf (ASC-Sportzentrum), Laufamholz (Pfarrsaal der Kirchengemeinde St. Otto) sowie Katzwang (ARSV-Sportzentrum) finden ebenfalls wie geplant statt. Dort ist das Vakzin BioNTech/Pfizer vorgesehen.

Vorläufig ausgesetzt

Durcheinander geraten war der Ablauf, weil es nach Fällen von Thrombosen nach der Impfung von AstraZeneca zu einem Impfstopp kam. Laut Bundesgesundheitsministerium kam es in Deutschland bislang zu 13 Fällen von Blutgerinnseln (Stand 18. März 2021). Drei Menschen sind gestorben, Die European Medicines Agency (EMA) hat daraufhin eine Überprüfung eingeleitet.

Am Donnerstag, 18. März, hatte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) in Amsterdam die Weiterverwendung des schwedisch-britischen Corona-Impfstoffs AstraZeneca für ganz Europa jedoch ausdrücklich empfohlen. Nach sorgfältiger Überprüfung durch Virologen aus der gesamten EU sei man zu dem Schluss gekommen, dass der Impfstoff AstraZeneca ein "sicheres und hoch wirksames Vakzin zur Vorbeugung schwerer Folgen einer COVID-19-Infektion" sei.

Die Vorteile der AstraZeneca-Impfung gegen das Coronavirus seien damit größer als die Risiken. Bund, Länder und das zuständige Paul-Ehrlich-Institut haben sich darauf verständigt, dass AstraZeneca wieder zum Einsatz kommen soll. So kann nun auch die Stadt Nürnberg wieder Fahrt aufnehmen, um die Impfungen voran zu treiben. Diese seien neben dem Ausweiten von Tests und der AHA-Regelung (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) die drei wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Pandemie, sagte Oberbürgermeister Marcus König am Rahmen eines Besuchs des Sigena-Gymnasiums.

Auf Signale achten

In die Liste der möglichen Nebenwirkungen soll eine Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln aufgenommen werden.

Den mit AstraZeneca geimpften Personen wird empfohlen, direkt nach der Impfung auf ihren Körper zu achten: Wer sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlt – zum Beispiel unter starken und anhaltenden Kopfschmerzen leidet oder punktförmige Hautblutungen aufweist – sollte sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

Das Institut hatte darauf hingewiesen, dass die Blutgerinnsel in Deutschland vor allem bei Frauen in jüngerem bis mittleren Alter, das heißt zwischen etwa 20 und 50 Jahren aufgetreten seien.


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