Ausgebuchte Rundgänge

Stadt(ver)führungen zogen Tausende in ihren Bann

19.9.2021, 15:24 Uhr
Parkour-Begeisterte - hier bei einem Training am einstigen Reichsparteitagsgelände - stellten ihr Können auch bei den Stadt(ver)führungen unter Beweis. 

Parkour-Begeisterte - hier bei einem Training am einstigen Reichsparteitagsgelände - stellten ihr Können auch bei den Stadt(ver)führungen unter Beweis.  © Stefan Hippel, NNZ

"Ausverkauft" konnte das Projektbüro im Geschäftsbereich der Kulturbürgermeisterin für die Stadt(ver)führungen in Nürnberg und Fürth melden. Bei idealen Rahmenbedingungen wurden - so die vorläufige Bilanz - bei den mehr 1000 Einzelterminen insgesamt rund 20.000 Teilnehmende gezählt. Dabei hatten nur 3000 Türmchen als Dauerausweis zur Verfügung gestanden. Damit absolvierte jede und jeder einzelne, die und der sich eine solche Karte gesichert hatte, im Durchschnitt zwischen sechs und sieben Rundgänge.

Gerade angesichts der Pandemie-Bedingungen zeigen sich die Veranstalter mehr als zufrieden. Waren sie zum zweiten Mal in Folge gezwungen, die möglichen Gruppengrößen knapp zu halten und in hohem Umfang eine Anmeldung zu verlangen - auf Kosten der gewohnten Spontaneität. „Das macht uns zuversichtlich, dass die Menschen Normalität leben und auch weiterhin auf ihre kulturellen Lieblinge in der Stadt nicht verzichten möchten,“ meint Andreas Radlmaier, der Leiter des Projektbüros.

Mehr jüngeres Publikum

Erfreulich, so die verantwortliche Projektleiterin Diana Meisel, sei das offenkundig gewachsene Interesse auch von jüngeren Leuten. Die das Format wohl auch wegen der unüberseh- und -hörbaren Überraschungen und neuen Facetten im Blick auf eine sich stets wandelnde Stadtgesellschaft für sich entdecken. Unter dem Motto „Wegweiser“ reichte dieses Mal das Angebot von klassischen Sehenswürdigkeiten und versteckten Schätzen bis zur innovativen Surf-Welle im Westen.

Nicht fehlen durfte natürlich Albrecht Dürer: Aber wer wusste schon, dass er den Gin von seiner Reise in die Niederlande mit nach Nürnberg brachte? Verbürgt ist dies zwar nicht, aber es passt wunderbar in den aktuellen Hype um das hochprozentige Getränk in seinen unzähligen Geschmacksformen. Oliver Kirschner, Inhaber der Bar Gelbes Haus, tischt diese Anekdote, die ihm im Traum erschienen sei, den Neugierigen bei seinen Gin-Verkostungen auf, die er im Rahmen der 22. Stadt(ver)führungen in Nürnberg und Fürth in einem Depot unterhalb der Nürnberger Stadtmauer präsentierte.

Gefragte Kulinarik

Kirschner hat seinen gerade entwickelten Manufaktur-Gin, der mit Majoran und Zimt typische Spezialitäten der Gegend verarbeitet (und eine Mischung Fiction und Fakten gleich mit), nach Albrecht Dürer benannt. Denn der zieht fast immer. Was man auch an dem Führungspaket rund um das Künstlergenie sah, das anlässlich des 550. Geburtstages des Malers im Programm geschnürt worden war: Ausgebucht waren alle – und zwar schnell. Ebenso wie die vielen Angebote rund um Kulinarik, ob es nun der Blick in Knoblauchsländer Gewächshäuser, Restaurants und Backstuben, Weinberge und Kaffeeröstereien ist.

Die Symphoniker waren ebenso zuverlässige Besuchermagneten wie die Meistersingerhalle und die beiden noch vor der Eröffnung stehenden Museen: das Bratwurst- und das Bibelmuseum. Die nächsten Stadt(ver)führungen sind für den 16. bis 18. September 2022 geplant.

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