Parkplätze

Stadtrat beschließt das Aus für kostenloses Parken in der Innenstadt

12.5.2021, 05:53 Uhr
Bewohnerparkausweis oder Ticket, das ist die Devise beim Parken in der Innenstadt.

Bewohnerparkausweis oder Ticket, das ist die Devise beim Parken in der Innenstadt. © Christine Dierenbach/Stadt Nürnberg


Lehrerinnen einer Innenstadtschule hätten sich beschwert, dass sie seit einiger Zeit keinen kostenlosen Parkplatz in der Nähe ihres Dienstortes bekämen, berichtet ein Stadtrat. Auch Menschen, die häufiger die Innenstadt kommen, um etwas zu besorgen, waren erstaunt, dass an ihren bisherigen Parkplatz-Geheimtipps plötzlich ein Ticket zu lösen ist. „Es wird dann behauptet, es gibt keine Parkplätze mehr. Das stimmt so nicht, es gibt nur keine kostenlosen Stellplätze mehr. Wir haben sie auf null reduziert“, sagt Bau- und Planungsreferent Daniel F. Ulrich in der Verkehrsausschuss-Sitzung.


Wie mehrfach berichtet, hat der Stadtrat bereits 2018 beschlossen, eine konsequente Parkraumbewirtschaftung in der Altstadt einzuführen. Diese wird gerade nach und nach umgesetzt. Derzeit ist das Bewohnerparkgebiet C an der Reihe.


Das Konzept sieht folgendermaßen aus: „Die bestehenden Bewohnerparkplätze bleiben in der Summe erhalten“, so der Bau- und Planungsreferent, die Regelungszeit werde jedoch auf den Zeitraum von Montag bis Sonntag von 8 bis 20 Uhr ausgeweitet. Alle weiteren Gratis-Parkplätze werden künftig im Mischbetrieb bewirtschaftet. Das heißt, Bewohner mit gültiger Berechtigung dürfen hier unbegrenzt parken. Andere Fahrzeughalter müssen ein Parkticket kaufen und dürfen nur eine bestimmte Zeit ihren Wagen abstellen. Weiterhin gibt es kostenpflichtige Kurzzeitparkplätze.


Stadt denkt den Verkehr neu: Der Mobilitätspakt


Ziel sei es, so Ulrich, Dauerparker von auswärts zum Umsteigen auf andere Verkehrsmittel zu bewegen. Dadurch hätten Bewohnerinnen und Bewohner mehr Chancen einen Stellplatz zu finden. Laut dem Referenten gibt es weitere Vorteile: „Wir haben einen schnelleren Umschlag, das heißt die Leute, die in der Stadt einkaufen wollen, finden schnell einen Parkplatz.“ Ulrich verweist auch auf die Parkhäuser, die ausreichend Stellplätze anbieten.


Dadurch, davon ist der parteilose Referent überzeugt, werde auch der Parksuchverkehr reduziert. „Das darf man nicht unterschätzen, er macht einen erheblichen Teil des Verkehrs in der Altstadt aus.“, so Ulrich.

"Manchmal würde ein Zeitungsabo helfen"

Kritik, dass Autofahrerinnen und Autofahrer von der 2018 beschlossenen Neuorganisation des Innenstadtparkens überrascht wurden, lässt er nicht gelten: Die Verwaltung habe über städtische Informationskanäle und die örtliche Presse ausführlich informiert. „Manchmal würde ein Zeitungsabo helfen“, so Ulrich.


Dominieren die Interessen von autofahrenden Männern?



Ausbaubedarf gibt es nach Ansicht von CSU-Verkehrsexperten Max Müller in Sachen Anwohnerparken in Parkhäusern. Bisher bieten nur wenige Anbieter Spezialtarife an, diese gelten meist Sonntag bis Samstag zwischen 18 und 10 Uhr. „Das Problem ist aber der Samstag. Da möchten die Parkhäuser stundenweise vermieten.“ Müller regt an, gemeinsam über weitere Lösungen nachzudenken.

Karstadt soll Angebote machen

Hier empfiehlt Harald Dix (SPD), gezielt auf Karstadt zuzugehen. Das Unternehmen lasse sich von der Stadt das U-Bahn-Verteilergeschoss Lorenzkirche und damit einen seiner Eingänge aufhübschen, biete aber bisher im Gegenzug keine Angebote für Anwohner in seinem Parkhaus unter der Insel Schütt an.

Parkhäuser nachts kaum ausgelastet

Derzeit gibt es 4.171 Stellplätze in den öffentlich zugänglichen Parkhäusern der Altstadt. Hinzu kommen 171 Stellplätze in der Tiefgarage des Augustinerhofes. Im nahen Umfeld der Altstadt gibt es weitere 1.358 Stellplätze in an das Parkleitsystem angeschlossenen Parkhäusern. Nachts sind die Parkhäuser oft nicht mal zu 20 Prozent ausgelastet.

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