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Stadträte erteilen Naturschützern Abfuhr

Umweltausschuss stellt sich hinter das N-Ergie-Projekt "Fischtreppe" - 22.12.2013 15:59 Uhr

Im September hat die N-Ergie mit dem Bau der Fischtreppe am Wasserkraftwerk in Hammer begonnen. Noch Ende des Jahres will das städtische Tochterunternehmen damit fertig sein. © Manuela Prill


Ausgangspunkt war die massive Kritik des Bund Naturschutz (BN) und des Fachberaters für Fischerei Mittelfranken am Bauprojekt der N-Ergie in Hammer. Die Verbände werteten das Vorhaben als „ökologisch unbrauchbare Variante“. Sie monierten auch, dass sie erst nicht in das Genehmigungsverfahren durch das Umweltamt eingebunden waren. Das wurde zwar im Oktober nachgeholt, doch blieben die beiden Verbände bei ihrer harschen Kritik.

In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses berichtete die Stadtverwaltung auf Antrag der Grünen nun über diesen Vorgang. Am Ende schlugen sich die Fraktionen — auch die Grünen und die ÖDP — auf die Seite der N-Ergie und des Umweltamtes. Ende September hat das Energieunternehmen mit dem Bau der Anlage am Wasserkraftwerk begonnen. Eine 77 Meter lange Rinne mit 22 übereinanderliegenden Becken, die den Fischen am Wehr eine Aufstiegshilfe gegen den Strom bietet, soll noch Ende des Jahres fertig werden. Der BN wertete es als unzureichend, dass die Fische am Wehr nach oben, aber nicht nach unten wandern können.

SPD-Stadtrat Richard Würffel findet klare Worte: „Ich habe Respekt vor der N-Ergie, die hätten sich schließlich das Projekt auch sparen können.“ Ein Experte erklärte den Räten zuvor, dass die N-Ergie an dem Projekt nichts verdiene: „Wir nehmen über die Förderung 118000 Euro ein, haben aber Ausgaben in Höhe von 137000 Euro.“ Die städtische Tochter habe die Treppe schnell bauen müssen, weil die Mittel dafür nur noch für dieses Jahr gelten.

Die Ausführung der Fachleute überzeugte die Stadträte. Sie erklärten detailliert, wie die Fische, etwa die in der Pegnitz heimische Barbe, ihren eigenen Korridor zur Treppe finden werden. „Die Anlockströmung mit einer Wassermenge von 350 Liter pro Sekunde reicht aus, um den Weg nach oben zu finden.“ Um die Effizienz der Anlage zu prüfen, wird die N-Ergie ein „Fischmonitoring“ vornehmen. Das heißt, sie will die Zahl der Fische, die die Treppe nutzen, systematisch erfassen.

Stadtrat Thomas Schrollinger (ÖDP) ist enttäuscht. „Der Bund Naturschutz hat das Projekt über Pressemitteilungen einfach nur schlecht geredet.“ Auch Christine Seer von den Grünen nimmt kein Blatt vor dem Mund: „Was vom BN kam, hat sich so gelesen, als wäre die Fischtreppe für die Katz‘.“
  

Alexander Brock E-Mail

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