Startschuss für Nürnbergs Surfwelle im Pegnitzgrund

10.7.2020, 05:37 Uhr
So soll die Anlage zwischen Muggenhof und Schniegling einmal aussehen. Schon nächsten Sommer soll dem Surf-Vergnügen nichts mehr im Wege stehen.

So soll die Anlage zwischen Muggenhof und Schniegling einmal aussehen. Schon nächsten Sommer soll dem Surf-Vergnügen nichts mehr im Wege stehen.

Vor fast neun Jahren tauchten erste Ideen für eine Surfer-Welle im Zuge der Umgestaltung des Wöhrder Sees auf. Weil sie dort nicht machbar war, ging es bei der Standortsuche westwärts entlang der Pegnitz. Fündig wurde der Verein "Nürnberger Dauerwelle" am Fuchsloch, wo jetzt das Happy End naht: Am Freitag, 24. Juli, wird um 11.30 Uhr im Beisein von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der die Surfer-Attraktion von Anfang an unterstützt hat, der erste Spatenstich erfolgen.


Nürnberger Surfer-Welle: Anwohner diskutieren Pro und Contra


Das Baugrundstück befindet sich im Pegnitztal-West, wo Adolf-Braun-Straße und Wahlerstraße aufeinandertreffen. Laut Thorsten Keck, seit Ende Januar 2019 der Erste Vorsitzende des Dauerwelle-Vereins, werden zuerst die notwendigen Erdarbeiten erfolgen, bevor die Anlage, die eine künstliche Stehende Welle erzeugt, installiert wird. Die Eröffnung wird für Mai 2021 angestrebt. Da es für alle Gewerke passende Angebote von Firmen gibt, ist Keck zuversichtlich, dass sich das Vorhaben im Rahmen der veranschlagten knapp 1,5 Millionen Euro bewegen wird.

Viel Förderung für das Projekt

"Im grünen Bereich", so Keck, befindet sich auch die Gesamtfinanzierung. 250.000 Euro kommen vom Freistaat Bayern, die Markus Söder schon länger zugesichert hatte. Weitere 650.000 Euro fließen im Rahmen der Sportförderung, was im Juli 2019 vom Stadtrat abgesegnet wurde – davon bezahlt die Stadt 350.000 Euro, während 300.000 Euro der Bayerische Landessportverband (BLSV) beisteuert.

Abgesehen von Eigenmitteln konnte der inzwischen fast 170 Mitglieder starke Dauerwelle-Verein den Sportartikelhersteller adidas als wichtigsten Sponsor für den innovativen Sportbau gewinnen. Dieser wird gut zehn Prozent der Baukosten übernehmen. Für die notwendige Zwischenfinanzierung ist die Sparkasse Nürnberg als Partner im Boot, so Keck.

Vergleichbare Projekte etwa in Österreich

Noch offen ist bis dato der Name der künftigen Surfer-Attraktion. Dass sie analog zur in Teilen ähnlich konzipierten "The Riverwave"-Anlage an einem Gebirgsfluss im Salzburger Land vielleicht "Pegnitz-Wave" heißen könnte, wäre Thorsten Keck "zu profan". Voraussichtlich wird das Namensgeheimnis erst kurz vor der Eröffnung gelüftet.

Klar ist aber schon länger, dass der gemeinnützige Verein Dauerwelle die Anlage in Eigenregie betreiben wird. Folglich werden Mitglieder bevorzugt die Stehende Welle nutzen können – und dort auch deutlich günstiger als auf kommerziell geführten Anlagen ihren Sport betreiben. Anderswo kann die Stunde Surfen auf einer künstlichen Welle schon mal 30 Euro kosten, andererseits gibt es auch Tagestickets für 30 Euro, etwa in Österreich, berichtet Keck.

Hoffnung auf viele Mitglieder

Der Vereinsvorsitzende hofft jedenfalls darauf, dass sich viele Surf-Fans in Nürnberg und Umgebung für eine Mitgliedschaft entscheiden. Die genauen Modalitäten für den Betrieb werden noch erarbeitet; Infos erhält man auf der Homepage www.nuernberger-dauerwelle.de, wo auch Animationen zu finden sind.

Abgesehen von Surfern werden auch Kanusportler auf der Anlage zum Zuge kommen. Und der Gewässer- und Umweltschutz wird auch Beachtung finden: Entsprechende Vorgaben sind in der wasserrechtlichen Genehmigung enthalten, die seit drei Jahren vorliegt. Thorsten Keck freut sich, dass nach langen Jahren des Planens der Startschuss naht. Er verspricht: "Jeder Sportbegeisterte soll die Möglichkeit haben, vor der eigenen Haustür zu surfen oder das Surfen zu erlernen."

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