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Streit um Jamnitzerplatz: "Wir lassen uns nicht provozieren"

"Werden nicht überreagieren, sondern Situation sehr genau im Auge behalten" - 18.07.2019 05:51 Uhr

Der Jamnitzerplatz soll schon bald umgestaltet werden. Das Thema Sauberkeit stört aber auch die Stadt. © Jo Seuß


Anwohner hatten vor knapp drei Wochen die Polizei wegen Ruhestörung gerufen. Eine große Gruppe Autonomer beschimpfte die Beamten und drängte sie ab. Nachbarn reagierten entsetzt und sahen eine "Kapitulation" vor den Autonomen.


Autonome erneut am Jamnitzerplatz: Ein Spagat für die Polizei


"Unsere Streifenbeamten wurden angegangen, daraufhin haben wir die Präsenz erhöht", erklärte der leitende Polizeidirektor Hermann Guth. Der Jamnitzerplatz sei mit 30 Straftaten im Jahr aber kein krimineller Schwerpunkt, zumal es nicht um Gewalt- delikte, sondern meist um Sachbeschädigung ging. Die Polizei verfolge die Strategie der angemessenen Reaktion. Man handle, wie es "polizeilich erforderlich ist", meinte Guth, "wir werden nicht überreagieren, sondern die Situation sehr genau im Auge behalten". Seit dem Vorfall, bei dem auch in dem stillgelegten Brunnen ein Lagerfeuer angezündet und lautstark gelärmt wurde, zeige die Polizei "etwas mehr Präsenz".

Christine Schüßler, Leiterin des Bürgermeistersamts, erinnerte daran, dass Sicherheit und Sauberkeit am Jamnitzerplatz seit etlichen Jahren ein Thema ist. Im Jahr 2015 habe die Stadt den runden Tisch mit Beteiligten gegründet und auch "klare Kante gezeigt". Ein Bündel von Maßnahmen – darunter die Ideensammlung zur Platzgestaltung – sollte die Situation verbessern.

Keine Zuschüsse für "Schwarze Katze"

Auf die Frage der CSU, ob der Stadtteilladen "Schwarze Katze", der Treff der linken Szene, finanzielle Unterstützung von der Stadt erhält, antwortete Schüßler: "Nein, das Vereinsheim erhält keine Zuschüsse." CSU-Stadtrat Rainer Nachtigall, sicherheitspolitischer Sprecher der Fraktion und Polizist, lobte das "besonnene Vorgehen" seiner Kollegen: Die Behauptung, sie hätten sich zurückgezogen, sei nicht zutreffend. Nachtigall betonte, dass der öffentliche Raum allen zur Verfügung stehe.

Dass einzelne Gruppen den Jamnitzerplatz nicht einfach für sich beanspruchen können, machte auch Ronald Höfler, Werkleiter des Servicebetriebs Öffentlicher Raum (Sör), deutlich: "Es gibt einen ganz enormen Nutzungsdruck auf die beiden Gostenhofer Plätze Jamnitzerplatz und Veit-Stoß-Anlage." Die letztgenannte Fläche wurde vor fünf Jahren generalsaniert. "Sie sieht aber aus, als ob sie schon 20 Jahre alt ist", so Höfler.

Bei der geplanten Neugestaltung des Jamnitzerplatzes haben sich viele Anwohner mit ihren Ideen eingebracht. Nun muss die Verwaltung ein schlüssiges Konzept entwickeln, ohne dass der Platz zu vollgestopft wirkt. 

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