Stromtrasse durch Nürnberger Gebiet: Jetzt wehrt sich auch die Stadt

18.3.2021, 09:47 Uhr
Der Übertragungsnetzbetreiber plant den Bau einer 160 Kilometer langen Stromtrasse, die auch durch Mittelfranken führen soll. 

Der Übertragungsnetzbetreiber plant den Bau einer 160 Kilometer langen Stromtrasse, die auch durch Mittelfranken führen soll.  © Julian Stratenschulte, NN

Es ist ein geharnischter Brief, den Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König gemeinsam mit seinen Amtskollegen Peter Reiß aus Schwabach, Jörg Kotzur aus Feucht, Markus Holzammer aus Schwarzenbruck und Werner Langhans aus Wendelstein an den Übertragungsnetzbetreiber TenneT schickt: Parteiübergreifend immer wieder vorgetragene Argumente und Bedenken gegen eine Nutzung der Trasse seien nicht berücksichtig worden. "Diese Vorgehensweise ist für uns nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel", heißt es.

Streit geht schon seit Jahren

Statt mit einer Spannung von bisher 220 Kilovolt soll Strom künftig mit 380 Kilovolt zwischen den Umspannwerken Raitersaich (Landkreis Fürth) und Altheim (Landkreis Landshut) fließen. In fünf Jahren soll es soweit sein. Über die Trassenführung und mögliche Varianten wird seit Jahren teilweise erbittert gerungen - ein Aktionsbündnis macht gegen die "P 53" mobil.

Besonders heikel ist die Trassenführung in oder in der Nähe von dichter Wohnbebauung, aber auch von geschützten Naturflächen. Beides prägt auch den Nürnberger Süden zwischen Wolkersdorf und Wendelstein. Deshalb waren gerade hier verschiedene Varianten im Gespräch, neben der Bestandstrasse vor allem eine Linienführung in weitem Bogen südlich um Katzwang herum. Tennet favorisiert aber die Führung auf der Bestandstrasse, die eben auch durch den Nürnberger Ortsteil Katzwang führt.

"Wir Politikerinnen und Politiker haben in diversen Gesprächen mit der Bevölkerung und TenneT-Unternehmensvertreterinnen und -Vertretern deutlich gemacht, dass eine weitere Belastung der Bevölkerung im genannten Abschnitt nicht hinnehmbar ist", heißt es nun in dem Brief der Kommunalpolitiker, den auch Bundestagsabgeordneter Michael Frieser unterschrieben hat. "Wir stehen für die strikte Einhaltung eines Mindestabstands von 400 Metern zur Wohnbebauung."

Auch die vorgesehene Erdverkabelung sei aus diversen naturschutzrechtlichen Gründen nicht durchführbar. Schwierig seien etwa die damit "verbundenen Eingriffe in den Boden und die damit verbundene Grundwasserabsenkung sowie die negativen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt des Rednitztals (Wässerwiesen)". Strikt abgelehnt wird auch der Zeitplan: TenneT will die Pläne im April 2021 ins Raumordnungsverfahren einbringen.

Auch die Nürnberger SPD hatte sich schon deutlich gegen die Pläne positioniert.

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