Südstadt-Mord: 140 Hinweise an die Polizei

11.11.2011, 12:22 Uhr
Der Mord ereignete sich in der Ackerstraße in Steinbühl.

Der Mord ereignete sich in der Ackerstraße in Steinbühl. © Bergmann

Fast 26 Jahre ist der Mord in der Steinbühler Ackerstraße 17 her, doch nun liegen DNA-Spuren des Täters vor. Die Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" drehte deshalb in der Nürnberger Südstadt den Fall nach - und bis Freitagmittag gingen schon rund 140 Hinweise ein.  „Die Resonanz war sehr gut. Damit hätten wir nicht gerechnet“, sagt Robert Sandmann, Pressesprecher der Polizei Nürnberg. Der Fall habe in der Nürnberger Bevölkerung eine überraschend große Aufmerksamkeit erzeugt. "Jeder Hinweis wird notiert und gewichtet - und dann wird den Hinweisen nachgegangen", so Sandmann.

Das Auswerten dauert allerdings: "140 Hinweise nehmen natürlich Zeit in Anspruch", berichtet seine Kollegin, Polizeisprecherin Elke Schönwald vom aktuellen Stand der Ermittlungen: "Viele Hinweise beziehen sich auf den Schönen Wolfi  und auf die Schuhe des Täters". Konkrete Hinweise auf Personen - wie es sie im Fall "Schöner Wolfi" tatsächlich gibt  - bedeuteten allerdings noch lange keine Überführung des Täters, so Schönwald: "Das ist ja nicht wie im Fernsehen, wo die Fälle nach 45 Minuten geklärt sind". Sollten sich mehrere Personen tatsächlich als tatverdächtig herausstellen, so würde eine Speichelprobe den Kreis der möglichen Täter weiter einengen.

Ist also mit einer schnellen Aufklärung des Falls zu rechnen? Schönwald wiegelt ab: "Wichtig ist erst einmal, dass es überhaupt viele Hinweise gibt. Der Mord ist aber solange her, wir hatten jetzt solange Geduld, da ist es nicht so wichtig, ob wir den Fall in ein oder zwei Wochen lösen."

Der Täter trug hochwertige Lederschuhe mit Metallabsätzen, die mit Nagelschrauben befestigt waren und beim Laufen klapperten.

Der Täter trug hochwertige Lederschuhe mit Metallabsätzen, die mit Nagelschrauben befestigt waren und beim Laufen klapperten. © Polizei

Die Tat, um die sich die Ermittlungen drehen, ereignete sich am Montag, 20. Januar 1986.  Die 30-jährige Prostituierte mit dem Künstlernamen Yvonne Nöller wartete in ihrer Modellwohnung in der Ackerstraße 17 auf Freier - unter anderem auch auf einen Mann namens  "Süßer Wolfi". Gegen 12.30 Uhr muss sie ihrem Mörder die Tür geöffnet haben - kurz darauf war sie tot. Nach Ermittlungen der Kripo soll der Täter Yvonne N.  - ohne dass es zuvor zu sexuellen Handlungen gekommen wäre -  mit einem Strumpf und einem Büstenhalter erdrosselt haben. Das Opfer legte er mit auf den Rücken gefesselten Händen in die Badewanne, die zu einem Drittel mit Wasser gefüllt war. Der Täter ver­ließ die Wohnung, ohne Geld und Wertsachen mitzunehmen.

Der Hauptverdächtige wurde zur Tatzeit im Treppenhaus beobachtet. War er der

Der Hauptverdächtige wurde zur Tatzeit im Treppenhaus beobachtet. War er der "Süße Wolfi?" © Bergmann

Yvonne Nöllers Ehemann fand seine Frau am frühen Abend im Badezimmer, nur mit einem Slip bekleidet, mit dem Kopf unter Wasser, Büstenhalter und Strumpf noch um den Hals geknotet. Die Ermittlungen der Nürnberger Mordkommission konzentrieren sich seitdem auf einen Mann, der zur möglichen Tatzeit im Aufzug des Hauses gesehen wurde.  Eine Zeugin erinnerte sich an einen elegant gekleide­ten, etwa 50 Jahre alten Mann, etwa 170 bis 175 cm groß, mit Hut und dunklem Mantel. Die Kripo fand zudem eine markante Schuhabdruckspur auf den Fliesen im Badezimmer, die Polizei geht von einem Lederschuh mit Gummisohle und Metallbeschlägen aus. War der Mann im Aufzug der "Süße Wolfi" - und, viel wichtiger, war er auch der Mörder von Yvonne N.?

Für Informationen, die zur Aufklärung des Verbrechens oder zur Ergreifung des Täters führen, hat das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Hinweise werden unter der Telefonnummer 0911/21123333 entgegen genommen.

 


 

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