TechFak: Stadtrat appelliert mit Resolution an Regierung

26.4.2017, 18:10 Uhr
Studenten sonnen sich auf dem Roten Platz vor der TechFak in Erlangen.

Studenten sonnen sich auf dem Roten Platz vor der TechFak in Erlangen. © Harald Sippel

Nach der Ankündigung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), das Thema Verlagerung mehrerer Lehrstühle der TechFak von Erlangen nach Nürnberg zur Chefsache zu machen, herrschte im Nürnberger Rathaus eine gewisse Nervosität. Ein hochrangiger politischer Vertreter äußerte gegenüber nordbayern.de die Sorge, dass Seehofer von den Plänen wieder zum Teil abrücken könnte.

Vor diesem Hintergrund bekommt die Resolution im Nürnberger Stadtrat, die überraschend auf die Tagesordnung kam, besondere Bedeutung.

Mittlerweile hat die Staatskanzlei mitgeteilt, dass sie sich am 2. Mai bei der Kabinettsitzung in Nürnberg mit dem Thema befassen wird. 

In der Resolution heißt es: "Der Ausbau von Hochschuleinrichtungen ist für die wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Zukunftsfähigkeit von Nürnberg von enormer Bedeutung. Der Stadtrat der Stadt Nürnberg appelliert daher an die Bayerische Staatsregierung, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entsprechend ihrem Wachstumspotenzial weiter auszubauen und die im Konzept "Vision FAU 2030"entwickelte Bündelung und Konzentration der Technischen Fakultät auf zwei starke Pole in Erlangen und Nürnberg umzusetzen."


Standorte der TechFak: Zwischen Posse und Fake News


Der wohl stärkste Satz in der Resolution, die der Stadtrat beschlossen hat, folgt aber zum Schluss. "Ein Abrücken von diesem Standortkonzept kann von der Stadt Nürnberg keinesfalls akzeptiert werden." Dies drückt die Sorge aus, dass es durch den Zugriff von Seehofer auf das Thema Abweichungen von den bisherigen Plänen geben könnte.

Denn schon der erste Anlauf, vier bis fünf neue Lehrstühle in Nürnberg auf dem früheren AEG-Gelände unterzubringen, waren gescheitert. Finanzminister Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann und Kultusminister Ludwig Spaenle hatten sich dafür zusammen mit der FAU und auch der technischen Hochschule Nürnberg stark gemacht. Der Freistaat hatte dann aber einen Rückzieher gemacht, weil die Fläche zu klein sei.

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) hatte jüngst in einem Interview mit den Nürnberger Nachrichten gesagt, dass für einen zweiten TechFak-Standort eigentlich nur das freie Areal an der Brunecker Straße in Frage komme, weil hier Platz für 30 bis 40 Hektar Uni-Ansiedlung vorhanden sei.

Dieser Artikel wurde um 18.10 Uhr aktualisiert.

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