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Freitag, 23.08.2019

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Terror-Ernstfall: Polizei übt bald am Nürnberger Hauptbahnhof

Polizei spricht von "lebensbedrohlicher Einsatzlage" als Szenario - 23.07.2019 12:54 Uhr

Hier üben schwerbewaffnete Kräfte am Münchner Hauptbahnhof. © Bundespolizei


Zum Szenario will die Polizei derzeit noch keine genaueren Angaben machen, auch, um die eingesetzten Kräfte nicht einzuweihen. "Es geht um eine lebensbedrohliche Einsatzlage", sagte Michael Petzold, Sprecher des Präsidium Mittelfranken. Dabei werden in der Nacht von 15. auf 16. Oktober mehrere vermeintliche Täter im Hauptbahnhof aktiv sein. "Alle Einheiten, die bei so einer Lage zum Einsatz kommen, werden dabei sein." So werde etwa auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) an den Verkehrsknotenpunkt beordert - vorausgesetzt, es ist zum Zeitpunkt der Übung verfügbar.

Es gehe darum, die Handlungsfähigkeit der Polizeibeamten auf einem hohen Niveau zu halten, so formulieren es Bundes- und Landespolizei in einer gemeinsamen Presseerklärung. Dafür sei das Training an realen Einsatzorten notwendig - diesmal trifft es den Nürnberger Hauptbahnhof. Erst im Mai hallten laute Schüsse und Schreie durch das Münchner Pendant. Dort trainierten 300 Beamte ebenfalls ihr Vorgehen bei einem Terroranschlag oder Amoklauf. Sichtbar sei der Einsatz im Gegensatz zu dem in Franken im Oktober nicht gewesen, Reisende bekamen kaum etwas mit.

"Ein Zugang wird für Reisende freigehalten"

In Nürnberg wird das anders sein. Nahezu der komplette Bahnhof sowie mehrere umliegende Straßen werden gesperrt werden müssen. "Ein Zugang wird aber für Reisende freigehalten", sagt Petzold vom Präsidium Mittelfranken. Grundsätzlich ist der Bahn-Verkehr nicht gestört, es werden aber Aufgänge zu einigen Gleisbereichen gesperrt. Die Polizei betont: Für Außenstehende gibt es keine Möglichkeit die Übung zu beobachten.

Immer wieder kommt es in Nürnberg und der Region zu teils spektakulären Großübungen. Am Hafen trainierten erst vor wenigen Monaten gut 900 Einsatzkräfte, es war eine der größten Proben der vergangenen Jahre. Das Szenario damals: Ein Öltank fing Feuer, Häuser im Umkreis von einem Kilometer müssen geräumt werden, es gibt viele Verletzte. Die Behörden riefen, zumindest zu Übungszwecken, den Katastrophenalarm aus. Die Bilder sehen Sie hier:

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Ausnahmezustand am Hafen: Nürnberg übt den Katastrophenfall

Am Samstag haben Nürnberger Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Rettungsdienste und des THW den Katastrophenfall geübt. Das Übungsszenario war der Brand eines Großtanks mit insgesamt zwölf Verletzten am Nürnberger Hafen. Insgesamt waren 900 Personen beteiligt. Um die Lage weiter zu verschärfen, kollidierte ein besetzter Nahverkehrsbus mit der Hafenbahn. Als Teil der Übung wurden die Verletzten auch in die Nürnberger Krankenhäuser gebracht.


 

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