Therapie für türkische Männer

11.2.2011, 14:15 Uhr
Helmut Heither entschloss sich, mit Beginn seines Ruhestands als Ehrenamtlicher für die Mudra zu arbeiten. Er unterrichtet Drogenabhängige aus dem türkisch-arabischen Kulturkreis.

Helmut Heither entschloss sich, mit Beginn seines Ruhestands als Ehrenamtlicher für die Mudra zu arbeiten. Er unterrichtet Drogenabhängige aus dem türkisch-arabischen Kulturkreis. © Matejka

„Die Mudra lernte ich in meiner Zeit als Niederlassungsleiter während eines Arbeitsprojekts kennen. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden und ab diesem Zeitpunkt war es mir ein Bedürfnis, mich ehrenamtlich bei der Drogenhilfe zu engagieren“, erzählt Heither.

Gesagt, getan. Kaum in Rente, nahm er mit 61 Jahren Kontakt mit Mudra-Geschäftsführer Bertram Wehner auf und erfuhr, dass dieser helfende Hände für Dönüs suchte. „Dönüs ist ein Therapieprojekt für Männer aus dem türkisch-orientalischen Kulturkreis und bietet derzeit 21 Muslimen zwischen 20 und 55 Jahren eine Möglichkeit, ihre Drogenprobleme und folglich ihr Leben in den Griff zu kriegen“, erläutert Heither. „Die Umgangssprache ist Deutsch, jedoch stehen für therapeutische Gespräche auch die entsprechenden Muttersprachler zur Verfügung.“

Helmut Heither ist häufig bei Dönüs anzutreffen. „Mittwochs zwischen 8 und 18 Uhr bereite ich die Männer in Deutsch und Sozialkunde auf die Orientierungskurse vor, die zur Beantragung eines deutschen Passes für Ausländer notwendig sind. Dienstags und donnerstags gehen wir zehn Kilometer joggen.“ Der 66-Jährige stellt außerdem die Therapieeinrichtung bei der Stadt, den Bewährungshelfern oder den Suchtberatungsstellen vor, „hin und wieder hole ich auch jemanden aus einem Gefängnis direkt in die Therapie ab“. Die Therapieplätze sind begehrt, denn außer Dönüs gibt es nur noch eine derart spezialisierte Einrichtung in Deutschland.

„Therapeutisch werden unsere Klienten von Psychologen, Therapeuten und anderen Fachkräften betreut“, versichert Heither. „Für die Männer bin ich ein Vertrauter, mit dem sie reden und auf den sie sich verlassen können.“ Die Anerkennung und das Vertrauen der Menschen mache ihn glücklich. Und es bereite ihm nach wie vor Freude, mit den Männern zu arbeiten. „Ich hoffe, dass ich noch lange fit bin und bei Dönüs helfen kann.“ Weitere ehrenamtliche Unterstützer seien willkommen.

Mudra Kontakt- und Beratungszentrum, Ottostraße 18, Telefon: 8150100, info@mudra-online.de

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