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Tiergarten: Delfinbaby ist noch nicht über den Berg

Sunny und ihr Kalb sind bislang wohlauf - Erste Geburt in der Delfinlagune - 01.11.2014 18:27 Uhr

Das Kind von Delfinweibchen Sunny ist auf der Welt. Auf dem Bild zu sehen ist Sunny mit ihrem ersten Kalb, das allerdings nur drei Tage überlebte. © Foto: Tiergarten Nürnberg


Der eigentliche Geburtsvorgang habe zwei Stunden gedauert und sei von allen Gruppenmitgliedern neugierig von außen durch die Gitterschieber beobachtet worden.

Die Mutter Sunny ist 1999 in Soltau geboren und lebt seit 2005 in Nürnberg. Den Beobachtungen während der Brunft nach zu urteilen, ist der 1993 in Nürnberg geborene Noah wahrscheinlich der Vater des Kalbs. Das Junge ist der erste Delfin, der in der Nürnberger Lagune geboren wurde.

Sunny hat bereits im Jahr 2007 zum ersten Mal gekalbt. Das Jungtier überlebte allerdings nur drei Tage. Eine Untersuchung ergab, dass es zu wenig Muttermilch aufgenommen hatte. Bei der aktuellen Neugeburt verläuft bislang offenbar alles nach Plan.

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"Im Moment sieht es sehr gut aus, das Kalb schwimmt putzmunter durchs Becken", berichtete Tiergartendirektor Dag Encke am Freitag. "Es ist sehr vital und hat schon am Morgen, wenige Stunden nach der Geburt, versucht, zu trinken".

"Jenny", deren erstes Kalb 2007 nur eine Stunde nach der Geburt gestorben war, soll von "Sunny" das richtige mütterliche Verhalten lernen, bevor man mit ihr einen weiteren Zuchtversuch unternehmen will. "Sunny" scheint zu wissen, was ihre Aufgabe ist. "Sie hat sich sofort um ihr Kalb gekümmert", sagte Encke. Bei einem so agilen Baby eine anstrengende Aufgabe. "Sie muss es führen und immer wieder an ihre Seite holen", erklärt Encke.

"Das sind nämlich kleine Anarchos, die schwimmen irgendwohin." Auch zum Trinken - die Delfinmütter spritzen die Milch aktiv in das Maul der Kälber - biete sie sich immer wieder an, indem sie sich auf die Seite legt. Im Tiergarten ist man trotz des vielversprechenden ersten Tags extrem wachsam. Die ersten zwei Wochen seien die Kälber noch sehr empfindlich, warnte Encke vor allzu viel Optimismus.

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Rund um die Uhr werden Mutter und Kind deshalb überwacht. Am Freitag näherte man sich dem Kalb zum ersten Mal, dafür ist im Rundbecken extra ein Hebeboden eingebaut, auf dem die Tiere untersucht werden können. Über den Blutzuckerspiegel wurde dann überprüft, ob das Neugeborene genug Milch aufgenommen hat. Das Ergebnis: Alles in Ordnung, das Baby hat genug getrunken. Im Notfall könne man aber "über eine Sonde Milch zufüttern", sagte Encke. Die Untersuchung soll in ein bis zwei Tagen wiederholt werden.

"Während wir das Kalb untersucht haben, hat sie sich füttern lassen und das Junge gleich danach wieder zu sich genommen. Es trinkt, es schwimmt, im Moment ist alles gut, ich bin sehr entspannt", gibt sich der Tiergartenchef zuversichtlich.

Bis man im Tiergarten richtig aufatmen kann, dauert es aber noch. Erst nach drei Monaten ist das Immunsystem des Delfinkalbs richtig aufgebaut, und erst nach sechs Monaten, wenn das Tier ins Zuchtbuch eingetragen wird, gilt Sunnys Nachwuchs als "überlebendes Kalb". "Alles, was danach passiert, kann man nicht mehr auf die Geburt schieben", so Encke.

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Sollte alles glatt gehen, werden die Zoobesucher das Delfinbaby vermutlich im Frühjahr zu Gesicht bekommen. "Das ist abhängig von der Integration in die Gruppe und vom Wetter", sagte Encke. Einen Hype wie bei Flocke erwartet der Tiergartenleiter zwar nicht, "aber es wird schon viel Freude auslösen."

Bis dahin sollte das Kalb dann auch einen Namen haben. "Den dürfen die Tierpfleger vergeben, wenn sie ein gutes Gefühl haben", verrät Encke. "Ich persönlich würde mich in den nächsten zwei Wochen noch nicht trauen." Erstmal müssen sie dafür wissen, ob sie es mit einem Delfinmädchen oder einem Jungen zu tun haben. "Das sehen wir erst, wenn wir das Kalb das erste Mal umdrehen", vertröstet Encke. Ein Bauchgefühl hat der Tiergartendirektor aber. Und das tippt auf einen "Er".

Der Artikel wurde am 1. November um 18.27 Uhr aktualisiert.

lio, Christine Thurner

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