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Tiergarten Nürnberg: Alle Präriehunde spurlos verschwunden

Selten verschwinden Tiere aus dem Tiergarten, aber die wenigen Fälle sind kurios - 27.05.2015 10:06 Uhr

Die Präriehunde waren seit Jahren Publikumslieblinge im Nürnberger Tiergarten. Jetzt sind die putzigen Erdhörnchen schon monatelang spurlos verschwunden.

© Fotos: Ulrike Reich-Zmarsly, Polizei


Polizisten hatten letzte Woche das Schaf „Rosi“ bei einer Drogenrazzia in einem Stundenhotel der München sichergestellt. Eine 25-jährige Transsexuelle hatte das Tier betreut. Und auch ein Pinguin war dem Nürnberger Tiergarten einmal abhanden gekommen. Solche Vorfälle sind ausgesprochen selten.

Das Verschwinden einer ganzen Tierart ist da schon ein größeres Mysterium. Denn auch mit so einem Fall kann man in Nürnberg aufwarten. Eine Gruppe von etwa zehn Erdhörnchen lebte seit Jahren im Freigehege beim einstigen Flusspferdhaus (und künftigen Wüstenhaus). Doch nach diesem Winter kamen die in Nordamerika beheimateten Wühler nicht mehr aus ihrem unterirdischen Tunnelsystem heraus. Sind sie einer Seuche zum Opfer gefallen? Haben Iltisse vielleicht die ganze Kolonie gerissen? Fragen, die sich auch Mägdefrau stellt.

Mit einem Minibagger hat man im Gehege die obere Schicht des verzweigten Nestbaus abgetragen. Präriehunde können nämlich bis zu 300 Meter lange Gänge anlegen, ihre Höhlen befinden sich in ein bis zu fünf Metern Tiefe. Da der Kleinbagger aber nicht in die unteren Schichten kam, soll ein größeres Grabegerät später Klarheit schaffen. Bislang haben die Tiergarten-Mitarbeiter nichts gefunden.

Doch vorerst füllen Riesen-Kaninchen als Platzhalter die Lücke, um das Areal rund um das - im Umbau befindliche - Wüstenhaus zu beleben. Ob dies nicht für die großen Mümmler gesundheitlich gefährlich sein könnte, falls die Präriehunde einer Seuche zum Opfer gefallen sind? Die Tiergarten-Leitung verneint diese Vermutung nachdrücklich. Der NZ-Blog-Eintrag geht aus diesem Grund der Frage nach, wie viele Tiere denn noch verschwinden müssen.

 

Hartmut Voigt

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