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Tiergarten Nürnberg: Gefährdetes Moschustier findet neues Zuhause

Die Jagd nach dem Duftstoff des Tiers hat ihren globalen Bestand stark dezimiert - 21.01.2021 18:03 Uhr

Es sind kleine Paarhufer, deren Duftstoff weltweit sehr begehrt ist: Im Nürnberger Tiergarten lebt seit 10. Dezember ein Sibirisches Moschustier. Das Männchen kam auf Empfehlung des Europäischen Arterhaltungsprogramm EEP aus dem Zoo Leipzig nach Mittelfranken.


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Die männlichen Tiere sind begehrt, da auch heute noch ihr Sekret aus den Drüsen in der Herstellung von Parfums verwendet wird. Seit Jahrtausenden werden die Moschustiere aus diesem Grund gejagt. Die Folgen: Laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird das sibirische Moschustier als "gefährdet" eingestuft, der Populationsbestand nimmt weiter ab. In Russland und in der Mongolei leben zusammen nur noch rund 15.000 Exemplare.

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Geruch ist ein Kommunikationsmittel

Wilderei und Handel sind die größte Gefahr für den noch verbliebenen Bestand der Tiere. Hinzu kommt, dass auch weibliche Tiere quasi als "Beifang" getötet werden, obwohl nur die Männchen über den Duftstoff verfügen. Der starke Geruch des Moschus ist ein Kommunikationsmittel der Tiere, vermutlich markieren die Männchen damit ihr Revier.

Nach Angaben der Naturschutzorganisation "World Wide Fund For Nature" werden mehr als 90 Prozent des weltweit verbrauchten Moschus in der asiatischen Medizin genutzt, geringe Mengen werden auch in der europäischen Parfümindustrie verwendet.

Sibirische Moschustiere werden in Deutschland in Leipzig sowie im Tierpark Berlin gehalten und in der Europäischen Zoogemeinschaft in Estland (Tallinn), Finnland (Ranua), Russland (Chabarowsk), Schottland (Edinburgh) und Tschechien (Usti).

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bro

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