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Tierversuche am Nordklinikum: Gegner fürchten Ausweitung

Ärzte-Organisation kritisiert die private PMU am Klinikum - 16.08.2018 09:32 Uhr

Mit einer außergewöhnlichen Demo protestierten Tierversuchsgegner vor dem Nürnberger Nordklinikum gegen die Pläne der privaten Paracelsus Medizinischen Universität.

15.08.2018 © Foto: Roland Fengler


Im September letzten Jahres kündigte die PMU in Nürnberg an, ab 2018 Tierversuche an Nagetieren durchzuführen. Und das, nachdem Nürnberg jahrzehntelang tierversuchsfrei war. Für eine halbe Million Euro wurde dafür bereits ein Labor mit Käfigen für 100 Mäuse und 20 Ratten eingerichtet.

Als Grund für den Einstieg in die tierexperimentelle Forschung nannte die Uni damals, Erkenntnisse in der Forschung an Knorpeln, Bändern und Sehnen erringen zu wollen. In dem vor kurzem ersten bei der Regierung von Unterfranken eingereichten Versuchsantrag geht es allerdings um Diabetesforschung.

"Offensichtlich steht das Forschen an Tieren an sich im Mittelpunkt", bemerkt Dr. med. vet. Gaby Neumann von Ärzte gegen Tierversuche. Wie sonst sei es nach Ansicht des Vereins zu erklären, dass für ein bestimmtes Versuchsprojekt ein Labor eingerichtet und dann auf einmal ein völlig anderes Projekt aus dem Hut gezaubert wird.

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Gegen Tierversuche: Demonstranten organisieren Flashmob vor Nordklinikum

Tierversuche in Nürnberg? Die Aktionsgruppe Tierrechte Bayern hat am Samstag mit einem Flashmob vor dem Nordklinikum dagegen protestiert. Die dort ansässige Paracelsus Medizinische Privatuniversität hatte vor kurzem einen entsprechenden Antrage eingereicht.


Schon zweite Versuchsreihe geplant

Ärzte gegen Tierversuche befürchtet, dass die Kapazität des Labors aufgestockt wird, das heißt, mehr Tiere leiden und sterben werden, da jetzt schon eine zweite Versuchsreihe geplant ist. "Zudem liegt die Annahme nahe, dass es völlig egal ist, welchen Inhalt die Tierversuche haben. Hauptsache, sie führen zu Artikeln und damit zu Fördergeldern", sagt Neumann. So sei es ein offenes Geheimnis, dass die Karriere eines Wissenschaftlers nicht daran gemessen wird, wie vielen Menschen er geholfen hat, sondern wie viele Studien er veröffentlicht hat. Studien mit Tieren lassen sich in hochrangigen Fachjournalen besser publizieren als tierversuchsfreie Projekte. Über solche Veröffentlichungen können weitere Forschungsgelder generiert werden.

Der Verein fordert die PMU auf, den Versuchsantrag zurückzuziehen und die Pläne, Tierversuche in Nürnberg einzuführen, aufzugeben. Stattdessen solle die Uni sich einen Namen in zukunftsträchtigen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden machen. In Berlin beispielsweise soll ein Haus der humanen Forschung "Der simulierte Mensch" entstehen – das ist nach Ansicht der Ärzte gegen Tierversuche eine fortschrittliche Investition.

nn

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