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Tod von Franz Gsell: Tatjana will ihre Ehre vor Gericht zurück

Witwe des Schönheitschirurgen widerrief erst 2014 ihr Geständnis - 27.10.2015 06:00 Uhr

Der mysteriöse Fall Franz Gsell bekommt eine neue Wendung: Tatjana Gsell will ein Wiederaufnahmeverfahren.

05.10.2014 © dpa


Es klingt wie aus einem Krimi-Roman: Zwei Einbrecher dringen am 5. Januar 2003, maskiert mit Mützen, bewaffnet mit Äxten, in die Villa des Arztes ein. Am nächsten Tag hängen ihre weggeworfenen Mützen - samt DNA-Spuren - in einem Baum nahe der Villa. Sie hatten ihren genetischen Fingerabdruck hinterlassen.

Gsell starb an den Folgen des Überfalls. Doch was hatte seine 40 Jahre jüngere Witwe Tatjana damit zu tun? Sie und ihr Geliebter Stefan M., ein Ex-Staatsanwalt, hätten ihm Autoschieber auf den Hals gehetzt, hieß es. Gsell, der Ex-Staatsanwalt und zwei Autoschieber wurden später, basierend auf falschen Geständnissen, verurteilt.

Tatjana Gsell geht es um die Ehre

Erst im vergangenen Jahr widerriefen sie alle ihre damaligen Geständnisse. Das Verhör, so sagte Tatjana Gsell vor Gericht, habe sie überfordert; sie fürchtete, dass ihr auch die tödlichen Schläge auf ihren Mann angelastet werden würden, dass sie sein Erbe nicht antreten könnte. So legte sie ein falsches Geständnis ab und hängte ihren Jugendfreund mit hin. Beide wurden damals wegen Versicherungsbetruges verurteilt, der Tod Franz Gsells wurde ihnen nicht angelastet.

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Der rätselhafte Fall Gsell: Eine Chronologie

Schon fast 14 Jahre ist es her, dass der Nürnberger Schönheitschirurg Franz Gsell am 5. Januar 2003 in seiner Villa in Nürnberg-Erlenstegen überfallen wurde und elf Wochen später an den Folgen des Einbruchs starb. In einem seit September 2014 wiederaufgerollten Prozess kam es zur Wendung: Die damaligen Aussagen der Witwe Tatjana Gsell und der Autoschieber entpuppten sich als Lügen.


Nun die nächste Wendung: Tatjana Gsell plant gemeinsam mit Stefan M. ein Wiederaufnahmeverfahren. Ihr es geht es um die Ehre, so die Witwe. Für M. geht es um die Frage, ob er zurück in die Justiz darf. Der nämlich verlor seinen Beamtenstatus und die Zulassung als Rechtsanwalt blieb ihm versagt.

lu

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