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Tödliche Gefahr lauert im Garten: Fränkische Igel häufiger verletzt

Mähroboter bedrohen die kleinen Tiere - Bei einem Igel fehlte halbe Schnauze - 12.07.2019 16:21 Uhr

Ein Igel in Gefahr rennt nicht einfach davon, er rollt sich zu einer stacheligen Kugel zusammen. Vor Rasenmähern schützt ihn das nicht. © Foto: Pro Igel/dpa


"Es werden immer mehr kleine Igel mit Verletzungen an der Schnauze zu Tierärzten gebracht", schreibt der Geflügelzuchtverein Laufamholz an seine Mitglieder. Neulich erst habe ein Tierarzt von einem Igel erzählt, dem die halbe Schnauze und die Augen fehlten. Das Tier verendete. Für den Tierarzt war klar: Das sind typische Mähroboter-Verletzungen. Und damit diese nicht mehr passieren, wird in dem Rundschreiben darum gebeten, die Roboter bitte nicht nachts durch den Garten fahren zu lassen.

Der Grund: Tagsüber genießen Igel ihre Ruhe, die Tiere sind vorwiegend nachts aktiv. Treffen sie dann auf einen Roboter, dann laufen Igel nicht davon. Will sich ein Igel schützen, dann rollt er sich einfach zusammen. Das Stachelkleid vermiest Fressfeinden den Appetit. Für viele Rasenroboter reicht ein zusammengerollter Igel aber nicht aus, um die Richtung zu ändern, sie drehen erst um, wenn es eine stärkere Kollision gibt. Für den Igel ist das meist das Todesurteil. Und selbst wenn sie einen solchen Unfall verletzt überleben und beim Tierarzt behandelt werden können: Igel dürfen nur dann verarztet werden, wenn man sie später auch wieder in die Wildnis aussetzen kann. In vielen Fällen folgt also auch hier eine tödliche Spritze.

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Aber nicht nur für Igel sind Mähroboter eine Gefahr. "Durch die automatisierte tägliche Pflege eines scheinbar perfekten Rasens haben Blühpflanzen, Insekten, Amphibien, Spinnentiere und auch kleine Säugetiere keine Chance in unseren Gärten mehr", kritisiert der Landesbund für Vogelschutz. Und das nicht nur, weil es den Tieren an den Kragen geht – ein perfekter Rasen bietet auch zu wenig Futter für die Tiere. Igel sind so gezwungen, auf der Suche nach Nahrung längere und damit auch gefährlichere Strecken auf sich zu nehmen.

Wollen sie sich Fettreserven für den Winter anfressen, so ist das problematisch. "Anstatt diesen Teufelskreislauf mit Mährobotern zu befeuern, sollte jeder Gartenbesitzer lieber auf Artenreichtum achten und auf die elektrischen Helfer verzichten", rät der Landesbund für Vogelschutz.

In Kleingärten sind die Tiere in Sicherheit

Gemütlich haben es Igel und Co. indes in den Kleingärten der Stadt. 8500 Parzellen gibt es in Nürnberg, 6000 werden vom Stadtverband Nürnberg der Kleingärtner verwaltet. "Ich habe noch keinen Rasenroboter in einem Kleingarten gesehen", sagt Jürgen Zemsch. Verboten wären die Geräte aber nicht, erklärt der Geschäftsstellenleiter. Wie man seinen Rasen mäht, ist in der Satzung einfach nicht geregelt. Aber: "Die Roboter sind teuer, im Kleingarten lohnt sich das nicht", so Zemsch, "dafür ist die Rasenfläche zu klein." 

Rund 300 Quadratmeter messen die meisten Parzellen, auf 100 wird meist Obst und Gemüse angebaut, die Laube braucht auch noch Platz. . . "Da reicht ein Handrasenmäher", so Zemsch. Überhaupt: Einen anderen kann man in Nürnbergs Kleingärten auch kaum einsetzen. "Die meisten Gärten haben keinen Stromanschluss, den braucht man aber für einen solchen Roboter", sagt Zemsch.

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Er betont auch, dass solche Roboter nicht nur für Igel und andere kleine Tiere gefährlich sind. Auch Kinder sollten den Geräten nicht zu nahe kommen. "Kinder drehen den Roboter am Ende um und fassen in das Mähwerk", so Zemsch. Die Finger sind dann weg. Wenn man so einen Mäher einsetzen möchte, dann am besten nur tagsüber und ohne, dass Kinder unbeaufsichtigt in der Nähe sind.

Julia Vogl

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