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Toiletten-Chaos bei Rock im Park: Jetzt kommen Klos aus ganz Deutschland

Veranstalter spricht von "komplexen Problemen" - und will nachbessern - 08.06.2019 14:24 Uhr

Endlich kommt der Nachschub: Nach dem Klo-Ärger bei Rock im Park haben die Veranstalter über Nacht hunderte Dixi-Klos aus ganz Deutschland herangeschafft. © Rachel Boßmeyer/dpa


Es sind unappetitliche Bilder. Wasser, dass sich in Toilettenkabinen staut, Toilettenpapier stapelt sich in der Schüssel, die Schlangen sind lang. Bei den Duschen sieht es derweil nicht besser aus. Viele blieben den gesamten Freitag über geschlossen, Besucher wurden auf den kommenden Morgen vertröstet. Das Wasser fließt nicht wie es soll, flutet Gehwege, statt über die Körper verschwitzer Festivalbesucher zu fließen. Und das, obwohl die Veranstalter extra Dusch-Flatrates für 10 Euro verkauft haben.


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All das kommt vor bei Großveranstaltungen, bei Rock im Park scheinen die Probleme in diesem Jahr aber komplexer zu sein. Hunderte beschwerten sich in den sozialen Netzwerken, ein Shitstorm im wahrsten Sinne des Wortes. Dass man als Frau schon mal länger an der Toilette anstehen müsse, das sei bei einem Festival normal. "Hier musst du aber als Kerl eine halbe Stunde anstehen", ärgert sich Marvin, der mit seinem Unmut nicht alleine ist.

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"Alle in der Region zur Verfügung stehenden Mittel" eingesetzt

Irgendwann muss das Bier ja wieder raus: Vor den Klos bei Rock im Park bildeten sich am Freitag ungewöhnlich lange Schlangen. © Eva Orttenburger


Das haben jetzt auch die Veranstalter erkannt. Seit 24 Stunden arbeite man "durchgehend daran, die Probleme bei den sanitären Anlagen und Duschen zu beheben", heißt es in einem Facebook-Post. Doch die technischen Störungen seien zu komplex. Man habe "alle in der Region zur Verfügung stehenden Mittel" akquiriert. Vergeblich, zumindest in manchen Arealen des Festivalgeländes. Jetzt rollt ein Anhänger nach dem anderen an den Dutzendteich. Geladen haben sie eine für die Besucher wertvolle Währung: Dixi-Klos. Sie kommen aus ganz Deutschland, betonen die Veranstalter. 250 Toiletten seien in der Nacht zum Samstag aufgestellt worden, "um die Situation zu verbessern". Der Druck stieg. Merklich.

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Über die sozialen Netzwerke entschuldigt sich das Rock-im-Park-Team bei den gequälten Besuchern. "Wir können Euch versichern, dass wir uns Euer Feedback zu Herzen nehmen", heißt es auf Facebook. "Allerdings waren die technischen Störungen trotz aller Planung und akribischer Vorarbeit nicht vorhersehbar und nicht in der zur Verfügung stehenden Zeit behebbar." Man schufte die Nacht über - und wolle nachbessern.

"Jammern auf hohem Niveau"

Ob die Maßnahmen fruchten, wird sich in den nächsten Stunden zeigen. Noch ist es auf den Zeltplätzen am Samstagvormittag ruhig, auch vor den Bühnen hält sich der Andrang in Grenzen. Die Rockjünger schlafen. Noch.

Am Samstag starteten wütende Besucher eine Online-Petition. Sie fordern "einen erheblichen Teil der Ticketpreise zurück", konkret gehe es um 50 Prozent für Camper und 25 Prozent für Leute, die nicht auf dem Gelände übernachtet haben. "Begründet ist die Forderung nicht nur durch die unerträglichen hygienischen Bedingungen, sondern auch dadurch, dass diese schon traditionell so schlecht sind", heißt es im Text zur Petition. Bislang haben erst 15 Menschen unterschrieben (Stand Samstagnachmittag).

In den sozialen Netzwerken verfliegt der Unmut derweil schon wieder etwas. "Jammern auf hohem Niveau", schreibt etwa eine Besucherin auf Facebook. "Es kann immer mal was schief gehen. Deswegen ist das Festival nicht gleich schlechter."

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