"Tritt ein, sag Nein!": Mitgliederzuwachs in Nürnbergs SPD

27.1.2018, 05:12 Uhr
Die Jusos werben mit dem Slogan

Die Jusos werben mit dem Slogan "Tritt ein, sag Nein!", damit eine Mehrheit beim Mitgliederentscheid gegen eine Neuauflage der GroKo stimmt. © Federico Gambarini/dpa

Es ist eine paradoxe Situation. Die SPD schwächelt massiv in der Wählergunst, darf sich aber über neue Mitglieder freuen. 
Wobei die Eintritte zum jetzigen Zeitpunkt bei dem einen oder anderen durchaus gemischte Gefühle auslösen dürften. Schließlich ist nicht auszuschließen, dass sich einige Neulinge die Kampagne der Jungsozialisten zu Herzen genommen haben. Diese werben mit dem Slogan "Tritt ein, sag Nein!", damit eine Mehrheit beim Mitgliederentscheid gegen eine Neuauflage der GroKo stimmt.

Neun neue Mitglieder seien im Juso-Alter, also nicht älter als 35, sagt SPD-Geschäftsführer Michael Arnold auf Anfrage. Das Altersspektrum der anderen sei extrem gemischt. Einige sind über das Internet beigetreten, ohne Gründe zu offenbaren. Mit anderen hat die SPD gesprochen. Und bei diesen machte Nürnbergs SPD-Chef Thorsten Brehm durchwegs längerfristige Motive aus. Die meisten hätten den Bundesparteitag verfolgt und gemerkt, dass da politische Diskussionen stattfinden, sagt er. "Das fanden sie spannend, sie wollen sich beteiligen." Man freue sich über jeden, betont er. "Ich hoffe, dass möglichst viele bleiben, auch wenn ihnen das Ergebnis nicht passt", fährt Brehm fort mit Blick auf den Mitgliederentscheid nach Ende der Koalitionsverhandlungen.

Die "Tritt ein, sag Nein!"-Kampagne der Jusos nimmt Brehm "zur Kenntnis", wie er sagt. Er sei da nicht so kritisch. Er geht aber auch nicht so weit, die Aktion gutzuheißen. 

Die Nürnberger Jusos unterstützen dagegen die medienwirksame Werbeoffensive der Parteijugend um Juso-Bundeschef und GroKo-Gegner Kevin Kühnert. Man überlege noch, wie man in Nürnberg mobilisieren wolle, sagt Oguz Akman, seit Dezember 2017 Chef der Nürnberger Nachwuchs-SPD und Vize der Jungsozialisten in Bayern. 
Der 28-Jährige betont jedoch, dass es ihm nicht darum geht, für Eintritte vor allem hinsichtlich des GroKo-Votums zu trommeln. Er wünscht sich, dass sich die Neuen länger an die SPD binden. Wobei er zuversichtlich ist, dass die Neu-Genossen bei der Stange bleiben. Er verweist auf den Mitgliederentscheid von 2013. Damals seien 90 Prozent der eingetretenen SPDler der Partei treu geblieben.

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