Trotz Corona: Dinner-Show "Teatrino" feierte Premiere in Nürnberg

23.10.2020, 15:08 Uhr
Die Köche Heiko Antoniewicz, Juan Amador, Benedikt Faust und Timo Hinkelmann luden am Donnerstag zur großen Premiere ihrer Dinner-Show

Die Köche Heiko Antoniewicz, Juan Amador, Benedikt Faust und Timo Hinkelmann luden am Donnerstag zur großen Premiere ihrer Dinner-Show "Teatrino". © NNZ

Für ihn war es keine Frage, zu kommen. "Ich finde es gerade in diesen Zeiten ganz wichtig, dass weiter solche Veranstaltungen stattfinden können," sagte Opernsänger Alexander Herzog. Erstens sei dies für die Seelenlage gut, zum anderen müsse man der Gastronomie und Künstlern eine Chance lassen, so der Nürnberger weiter, der wegen der Pandemie selbst insgesamt 180 abgesagte Konzerte verschmerzen muss.


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Auch für Dagmar Wöhrl, die in Begleitung ihres Mannes Rudolf auf den roten Teppich trat, stand der Besuch nicht nur unter dem Genuss-Aspekt, sondern hatte auch symbolischen Charakter. "Man muss auch Mut machen, zeigen, dass es für die Menschen und die Wirtschaft weitergehen muss", so die CSU-Politikerin. Auch wenn sie betont, dass sie ihren Besuch der Premiere von den gebotenen Hygienemaßnahmen abhängig gemacht habe.

Und die waren überall zu spüren: Die Bühne liegt anstelle in der Mitte an der Stirnseite, weit auseinander gezogene Tische. Etwa 160 Gäste statt im Normalfall möglicher 360 wurden von den Maske tragenden Bedienungen durch den Abend begleitet, den die vier Starköche Heiko Antoniewicz, Benedikt Faust, Timo Hinkelmann und Juan Amador zu einem kulinarischen Genuss, wie auch spannenden Vergnügen machten.

Gemeinsame Ideen

Denn so unterschiedlich die vier sind, so unterschiedlich sind ihre Beiträge zu dem Vier-Gänge-Menü, das sie gemeinsam entwickelt haben. "Jedes Element steht für einen anderen Künstler", so Benedikt Faust. Denn auch das Bühnenprogramm ist bunt zwischen viel Comedy, immer wieder Akrobatik und ein bisschen Magie. Die Einstimmung fällt mit Hinkelmanns "Chicken Hinkelstone, Rock-Gemüse, Kirchererbse, Pankocrunch" gut gewürzt aus – vor allem aber kreativ. So auch der 2. Gang von Antoniewicz, bei dessen Wolfsbarsch, sich zweierlei Püree ein farbenfrohes, wie auch genüsslich harmonisches Zusammenspiel liefern. Auch beim Hauptgang von Benedikt Faust treffen sich zwei Varianten auf dem Teller, könnten aber unterschiedlicher nicht sein und überzeugen doch: die zarte Semmerrolle vom Kalb und das schmackhafte Pulled Pork unter Trüffelschaum, das im Glas serviert wird.

Die kulinarische Erlebnisreise, die auch in der vegetarischen Variante serviert wird, findet schließlich seinen Abschluss und nicht zu süßen Höhepunkt im letzten Gang aus der Küche von Sternekoch Juan Amador: Bei seinem "Brick in the Wall" sieht der Gewürzmilch-Custard in der Tat aus wie ein kleiner roter (Lego-) Stein, der mit seiner feinen würzigen Note gut mit dem schön fruchtigen Rote-Bete-Himbeersorbet harmoniert. In den Genuss der Begeisterung der Gäste über sein Dessert kam Amador allerdings nicht: Er saß wegen der Infektionslage in Österreich fest und konnte bei der "Weltpremiere" der neuen Dinner-Show in Nürnberg nicht dabei sein.

Info: "Teatrino" noch bis 7. März 2021 www.teatrino.org