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"Über Schienen gleiten": Nürnberger S-Bahn bekommt 14 neue Züge

Videoüberwachung und ebenerdiger Einstieg - 08.06.2020 17:56 Uhr

So sieht er aus, der neue Zug der Deutschen Bahn, der demnächst im S-Bahnnetz Nürnberg unterwegs sein wird.

© Daniel Karmann, dpa


"Sie fährt bis zu 160 Kilometer in der Stunde und hat dabei eine unglaubliche Laufruhe. Sie gleitet regelrecht über die Schienen", schwärmt Hansrüdiger Fritz von der Regionalleitung der DB Regio Bayern als er die neuen S-Bahnen vorstellt. Zusammen mit Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern und Thomas Prechtl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, führte er am Montag durch einen der neuen Züge der Baureihe 1440/Coradia Continental des Herstellers Alstom.

In der 2. Klasse des neuen Zuges befinden sich 230 Sitzplätze.

© Michael Matejka


Neben vielen technischen Details, etwa einer automatisch ausfahrbaren Spaltüberbrückung zur Bahnsteigkante, die einen ebenerdigen Einstieg ermöglichen soll, besticht die neue S-Bahn vor allem durch mehr Komfort: Die Sitze, die vom Amberger Zulieferer Grammer stammen, sind beim Probesitzen recht bequem und bieten etwas mehr Beinfreiheit als üblich.

Wer unterwegs sein Handy aufladen möchte, findet an den Sitzplätzen Steckdosen. Klimaanlagen und barrierefreie Toiletten mit Wickeltisch gehören ebenfalls zum neuen Standard. Und wer wissen möchte, ob er sein Ziel pünktlich erreicht, wird über Bildschirme in den Eingangsbereichen informiert. Einzig W-Lan gibt es noch nicht, es könnte aber theoretisch jederzeit eingerichtet werden, so Fritz.

Strecke Nürnberg-Allersberg

Neu seien die Mehrzweckbereiche in jedem Wagen: Hier können Fahrgäste auf Klappsitzen Platz nehmen oder Räder oder Kinderwägen untergebracht werden. "Wir haben immer mehr Fahrräder in den Zügen, das ist ein Trend", berichtet Fritz. Auch für Rollstuhlfahrer gibt es spezielle Nischen.

Bildschirme im Zug zeigen dem Fahrgast die nächsten Stationen an.

© Michael Matejka


Für mehr Sicherheit soll eine Videoüberwachung des Fahrgastraumes sorgen, auf die sowohl an den Türen als auch im Inneren des Zuges hingewiesen wird. Nach 72 Stunden werden die Aufnahmen überschrieben, so die Bahnverantwortlichen.

Die Bahn hat insgesamt 27 Bahnen für 180 Millionen Euro bei Alstom in Auftrag gegeben. Die ersten 14 sind einsatzbereit und werden ab dem "kleinen" Fahrplanwechsel am 14. Juni zunächst auf der Linie S4 (Nürnberg-Ansbach-Dombühl) und der künftigen S5-Strecke Nürnberg-Allersberg eingesetzt. Im Dezember sollen dann die übrigen neuen Züge rollen. Zu diesem Zeitpunkt, so die Bahn, sollen im gesamten S-Bahnnetz Nürnberg nur noch moderne Züge auf allen Linien fahren.

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Seit 1987 unterwegs: Die Geschichte der Nürnberger S-Bahn

Jeden Morgen nutzen tausende Pendler die Nürnberger S-Bahn. Vor mehr als 30 Jahren standen ihnen nur Regionalzüge – sie halten seltener als S-Bahnen – zur Verfügung. Als 1987 die erste Nürnberger S-Bahn-Linie in Betrieb ging, war das eine kleine Sensation, denn sie galt als Jahrhundertprojekt. Jahrelang war an den Plänen einer Schnellbahn für den Großraum Nürnberg gefeilt worden. Ein Rückblick.


Bereits in den 70er Jahren wurde an der Idee einer S-Bahn für die Region gefeilt. 1987 fuhren auf der Strecke von Nürnberg nach Lauf links der Pegnitz die ersten Züge. Bis zu 100.000 Fahrgäste nutzen mittlerweile täglich die S-Bahn in der Metropolregion.

Dass die Deutsche Bahn neue Fahrzeuge im Nürnberger S-Bahnnetz einsetzen sollte, war im Vertrag über die Betreibung des Netzes vorgeschrieben worden.

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