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Umstrittener Deal: Nürnberger Tafelgelände geht an GBW

Wohnungsbaugesellschaft war durch Umgang mit Mietern in die Kritik geraten - 15.12.2016 17:42 Uhr

Die Stadt Nürnberg hat ein großes Grundstück an die Wohnungsbaugesellschaft GBW verkauft. © dpa


Die GBW, 2013 vom Freistaat Bayern an ein Konsortium um die private Patrizia verkauft, war auch in Nürnberg immer wieder durch ihren Umgang mit Mietern in die Kritik geraten. Sie hält hier über 3000 Wohnungen.

Der Nürnberger Stadtrat hatte dem Verkauf für neun Millionen Euro nach kontroverser Debatte zugestimmt. Viele Stadträte hatten Unbehagen angesichts der Schlagzeilen, die die GBW seit 2013 begleitet haben. In einer ersten Sitzung hatte der Rat noch keine Einigung gefunden. Erst jetzt, in einer zweiten nicht-öffentlichen Runde, gab das Gremium grünes Licht. Grüne, Linke Liste und Die Guten stimmten dagegen.

Auf dem zwei Hektar großen Tafelgelände im Stadtteil Schoppershof – direkt hinter dem Museum Industriekultur und der Tafelhalle – sollen nach Informationen von nordbayern.de rund 300 Wohnungen mit ein bis fünf Zimmern für bis zu 700 Bürger entlang der Gustav-Heinemann-Straße entstehen. Die Stadt hat sich vertraglich zahlreiche Zusicherungen geben lassen.

Es handelt sich ausschließlich um Mietwohnungen. Sie dürfen 40 Jahre lang weder umgewandelt noch veräußert werden. 150 Sozialwohnungen sind vorgegeben; ein großer Teil auf dem Gelände, andere in Beständen des Unternehmens. Die Stadt hat ein Rückkaufrecht, wenn die GBW ihren Verpflichtungen nicht nachkommt. Dazu gehört auch, dass innerhalb von sechs Monaten ein Bauantrag gestellt werden und nach Erteilung spätestens nach neun Monaten die erste Bodenplatte stehen muss.

Im Nürnberger Rathaus ist man verwundert, dass die GBW mitgeboten hat. Durch die Privatisierung waren viele Mieter verunsichert. Es gab auch Streit in Nürnberg um überhöhte Mietsteigerungen. Es wird daher vermutet, dass die Wohnungsbaugesellschaft nach den vielen negativen Schlagzeilen ihren Ruf aufbessern will. Sie hat jedoch zahlreiche Kriterien bei der Vergabe übererfüllt und damit im Bieterverfahren den Vorzug vor einem Mitbewerber bekommen, heißt es.

Die Bebauung entlang des Rings besteht aus zehn Blöcken an der Gustav-Heinemann-Straße sowie drei größeren Gebäuden mit Höfen und Grünanlagen im Rückraum. Eine bestehende Seniorenresidenz wird integriert.

Andreas Franke

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