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Unfall in der Südstadt: 21-Jährige rast mit Tempo 120 auf LKW

Beifahrerin erlitt lebensgefährliche Verletzungen, Ärzte konnten ihren Zustand stabilisieren - 22.12.2020 14:16 Uhr

Mit voller Wucht raste auf der Frankenstraße ein 5er BMW auf einen geparkten LKW. Die 17-jährige Beifahrerin kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik.

22.12.2020 © ToMa


Die Tachonadel ist bei gut 110 Kilometer pro Stunde stehen geblieben. Fachleute sagen, sie zeigt die Geschwindigkeit an, als der Wagen mit voller Wucht auf den LKW aufprallte. Zuvor war das Tempo des BMW aber noch höher.

Den Einsatzkräften der Feuerwehr, der Polizei und der Rettungsdienste bot sich am Montag etwa 20 Minuten vor Mitternacht auf der Frankenstraße in der Nähe des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ein schreckliches Bild: Ein BMW war in einem geparkten LKW verkeilt. Das Auto war kaum noch als solches zu erkennen, Fahrzeugteile lagen weit verstreut um das Wrack herum.

Beifahrerin wurde eingeklemmt

Zwei der Frauen, die 21-jährige Fahrerin und eine 16-jährige Mitfahrerin, konnten sich mit Hilfe der Polizei noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr aus dem Unfallwagen befreien. Die 17-jährige Beifahrerin allerdings nicht. "Sie wurde beim Aufprall im Fahrzeug eingeklemmt und erlitt schwere Verletzungen im Beinbereich", berichtet Feuerwehreinsatzleiter Volker Pöll. Rettungssanitäter sprachen zunächst von lebensbedrohlichen Verletzungen. Mittlerweile haben Ärzte die junge Frau in der Klinik stabilisieren können. Lebensgefahr bestehe nicht mehr, heißt es in der Polizeipressestelle.

Doch die Rettung der Frau gestaltete sich schwierig: Denn der 5er BMW war laut Pöll unter dem LKW eingequetscht und stark deformiert. Die Laderampe des LKW wurde beim Aufprall herausgerissen und kam auf dem BMW zum Liegen. "Der Pkw wurde mit der Fahrzeugwinde herausgezogen. Die Beifahrerseite konnte dann mit hydraulischen Rettungsgeräten geöffnet und die Person befreit werden", schildert der Feuerwehrmann. Er geht davon aus, dass überhöhte Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn die Unfallursache war.

Bei Rotlicht auf die Kreuzung gefahren

Wie aber konnte es zu diesem schweren Unfall kommen? Nach Angaben der Polizeipressestelle hat eine Funkstreife den BMW mit Nürnberger Kennzeichen bereits auf der Münchener Straße wahrgenommen. Der Wagen raste mit sehr hoher Geschwindigkeit stadteinwärts. Die Rekonstruktion des Unfallhergangs hat weiterhin ergeben, dass die 21-Jährige Fahrerin des BMW auf Höhe des Möbelhauses XXXLutz bei Rotlicht in die Kreuzung einfuhr und nach links in die Frankenstraße abbog.

Bilderstrecke zum Thema

Schwerer Unfall in der Frankenstraße: BMW-Fahrerin rast mit 120 km/h auf Lkw

In der Nacht zum Dienstag ist eine 21-jährige BMW-Fahrerin mit rund 120 km/h gegen einen geparkten LKW gerast. Bei dem schweren Unfall in der Frankenstraße erlitt die 17-jährige Beifahrerin lebensgefährliche Verletzungen. Die Fahrerin und eine weitere Insassin im Alter von 16 Jahren wurden ebenso schwer verletzt. Die Beamten prüfen derzeit, ob die 21-Jährige überhaupt im Besitz eines Führerscheins war.


Die Streifenbesatzung wendete und fuhr dem BMW "ohne Blaulicht und Martinshorn" nach, berichtet Pressesprecher Michael Konrad. "Es gab keine Verfolgung."

Die Fahrerin des Wagens beschleunigte so stark - ersten Angaben zufolge raste sie mit Tempo 120 auf der Frankenstraße -, dass sie die Kontrolle über den BMW verlor und von der Straße abkam. Sie schrammte zunächst einen am Rand abgestellten Anhänger, rammte einen Baum und krachte schließlich auf den geparkten LKW. Die Wucht des Aufpralls war so heftig, dass sich der BMW unter der Ladefläche des LKW verkeilte und diesen in zwei weitere abgestellte Autos schob.

Mit schwerem Gerät befreit

Der Rettungsdienst schaffte abgesehen von der 17-jährigen Beifahrerin auch die verletzte Fahrerin und die verletzte 16-Jährige, die auf der Rückbank saß, in umliegende Kliniken.

Die Verkehrspolizei Nürnberg nahm den schweren Unfall auf. Ein Atemalkoholtest bei der 21-jährigen Fahrerin verlief negativ. Den Schaden, der verursacht wurde, schätzt die Polizei auf mehrere zehntausend Euro. Die Frankenstraße war während der Rettung der drei jungen Frauen und der Bergung des Unfallwracks gesperrt.

Inzwischen kristallisiert sich heraus, dass die 21-Jährige ohne Fahrerlaubnis mit dem BMW unterwegs war. Nach Angaben der Polizei hatte sie wohl den Autoschlüssel genommen, der Halter, ein Angehöriger der jungen Frau, hat nach derzeitigem Kenntnisstand davon nichts mitbekommen. Gegen die Unfallfahrerin wird nun ermittelt, unter anderem wegen fahrlässiger (schwerer) Körperverletzung und wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.


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