Donnerstag, 06.05.2021

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Ungebetener Gast: Biber im Naturgartenbad sorgt für Ärger

Nager hinterlässt massenweise Kot - Beauftragter soll entscheiden - 29.05.2015 06:00 Uhr

Erst im April wurde der Biber aus einer brenzligen Situation gerettet, jetzt lebt er im Naturgartenbad. Doch wie lange noch?

28.05.2015 © Nadine Schober


"Tagsüber ist er an der Pegnitz unterwegs und frisst Holz, nachts dreht er in unseren Schwimmbecken seine Runden“, weiß Joachim Lächele, Zweiter Werkleiter beim Betreiber NürnbergBad.

Das Tier ist ein alter Bekannter: Bereits Mitte April hatten ihn Badmitarbeiter aus einem Becken gefischt, zusammen mit dem Biberbeauftragten vom Bund Naturschutz wurde der Nager an der Pegnitz ausgesetzt. Dort, so die Hoffnung, sollte er sich ein neues Revier suchen. Das ist ihm offenbar nicht gelungen: Seit Tagen wohnt er wieder im Naturgartenbad.

"Kothaufen in Elefantengröße"

Dass es sich um dasselbe Tier handelt, davon ist Nadine Schober, Schichtführerin im Naturgartenbad, überzeugt. Auch dieser Biber sei zwischen zwei und drei Jahre alt, mit rund 14 Kilo besitze er auch das selbe Gewicht wie der im April gefundene Nager. Zudem kann das Tier nur über den unterirdisch fließenden Bach "Tiefgraben" direkt ins Naturgartenbad gelangt sein. Dass es diesen Weg überhaupt gibt, dürfte nicht vielen Bibern bekannt sein.

Nun müssen Nadine Schober und ihre Mitarbeiter jeden Tag die Hinterlassenschaften des Nagers beseitigen, bevor die ersten Badegäste um neun Uhr kommen. Das sind zum einen in die Becken geschleifte Äste, mit denen er sich eine Biberburg bauen möchte. Zum anderen kotet er ins Wasser – "das sind an die hundert Haufen in Elefantengröße", erzählt Schober. Das sei aber "hygienisch kein Problem", da das Wasser gechlort sei.

Bilderstrecke zum Thema

Geretteter Biber kehrt immer wieder zurück ins Naturgartenbad

Am 13. April retteten Mitarbeiter des Naturgartenbades einen einsamen, jungen Biber aus dem halb abgelassenen Schwimmbecken. Umgehend wurde er herausgefischt und in der benachbarten Pegnitz in die Freiheit entlassen. Doch der Biber scheint Gefallen an dem Schwimmbad gefunden zu haben und kehrt seitdem beinahe jede Nacht zurück, um ein Bad zu nehmen.


Doch das Tier macht viel Extra-Arbeit, zudem besteht die Gefahr, dass er die großen Bäume im Naturgartenbad annagt. Schobers Fazit: "Der Biber muss raus." Was zu tun ist, will man mit dem Biberbeauftragten entscheiden. Der aber befindet sich bis nächste Woche noch im Urlaub.

Ngoc Nguyen

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