"Urban Gardening": Platz für Kleingärten wird knapp

23.2.2017, 08:11 Uhr
Ein bisschen grün mitten in der Stadt. Weil die grünen Parzellen gera­de bei Familien begehrt sind, fordert der Stadtverband der Kleingärtner neue Flächen. Doch die sind knapp.

Ein bisschen grün mitten in der Stadt. Weil die grünen Parzellen gera­de bei Familien begehrt sind, fordert der Stadtverband der Kleingärtner neue Flächen. Doch die sind knapp. © Stefan Hippel

Nürnberg erlebt einen Babyboom, auch ziehen immer mehr Menschen hierher. Deshalb geht der Stadtver­band der Kleingärtner davon aus, dass die Nachfrage nach kleinen grü­nen Oasen wachsen wird. "Mit dem Zuzug von Menschen nach Nürnberg, sehen wir nun die Zeit gekommen, weitere Gärten beziehungsweise An­lagen zu fordern und in die Planung der neu zu gestaltenden urbanen Räu­me Flächen für Kleingärten miteinzu­beziehen", heißt es in einem Brief des Verbands an Oberbürgermeister Ul­rich Maly (SPD).

Ganz konkret sprechen die Klein­gärtner den neuen Stadtteil "Tiefes Feld" im Stadtwesten, das neue Areal an der Brunecker Straße am ehema­ligen Südbahnhof und das Quelle-Gelände an. Der Stadtverband fordert die Verwaltung und den Stadtrat auf zu prüfen, ob hier Kleingärten ange­legt werden könnten - ohne die Erwei­terungsmöglichkeiten bestehender An­lagen aus dem Auge zu verlieren, wie die Kleingärtner schreiben.

Maly teilt den Kleingärtnern in sei­ner Antwort mit, dass der Flächennut­zungsplan derzeit Potenziale für rund 440 neue Kleingärten vorhält, verteilt auf acht Standorte. Theoretisch zu­mindest. Denn praktisch gesehen sind manche Grundstücke gar nicht verfüg­bar. "Sofern sich Flächen in privatem Eigentum befinden, stehen dem Kauf­interesse der Stadt Nürnberg zumeist (deutlich) überzogene Preisvorstellun­gen der Grundstückseigentümer ge­genüber", heißt es in der Antwort des Oberbürgermeisters.

Andere Eigentü­mer haben gar kein Interesse am Ver­kauf. Eine weitere Schwierigkeit: Trinkwasser- und Artenschutz kön­nen der Umwidmung in Kleingärten ebenfalls im Weg stehen.

Süden kommt besser weg

Der Entwurf für die Brunecker Stra­ße sieht laut Stadt vor, dass die Klein­gärten in der Nerzstraße und in der Brunecker Straße erhalten werden. Von der städtebaulichen Entwicklung seien dagegen die Parzellen südlich der Ingolstädter Straße betroffen.

Als Ersatz soll die Anlage an der Bruneck­er Straße erweitert werden - vorausge­setzt, das geht mit dem Artenschutz konform. Im "Tiefen Feld" sind bis­lang keine neuen Kleingärten vorgese­hen. Dasselbe gilt für das Quelle-Areal, teilt die Stadt den Kleingärt­nern mit.

Der Stadtplanungsausschuss des Stadtrats beschäftigt sich am Donnerstag auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion mit dem Thema Kleingärten. In der Vorlage heißt es, dass die "Versor­gungssituation" seit Jahren stabil sei.

Momentan gibt es in der Stadt 118 Kleingartenanlagen mit 8168 Parzel­len. 1999 waren es rund 8300 Kleingär­ten. Der Süden Nürnbergs ist besser ausgestattet. Hier kommen im Schnitt 55 Einwohner auf eine Parzelle. Nörd­lich des Hauptbahnhof müssen sich rein rechnerisch 82 Einwohner einen Kleingarten teilen. Zwei Drittel der Parzellen gehören der Stadt.

1 Kommentar