VAG plant Busnetz um: Plakatprotest in Buchenbühl

12.9.2016, 06:00 Uhr

© Fotos: Timo Schickler

Wer in Buchenbühl auch jetzt noch nicht weiß, wo der Bus der VAG künftig durchwill, der muss nur im Osten des Dorfes spazieren gehen. Wo die Linie 45, in die die aktuell durch Buchenbühl führende Buslinie 21 integriert werden soll, künftig gerne wenden will, ist nicht mehr zu übersehen.

Ein Dutzend Plakate säumt Volland- und Hermann-Löns-Straße, mal stecken die teils bunten Botschaften auf Holzlatten im Vorgarten, mal sind sie an den Gartenzaun gepinnt. Die Botschaft aber ist immer dieselbe: Nein, hier will man keinen Bus.

Wurden die Buchenbühler übergangen?

John Borchers weiß auch ohne Plakate, was die Menschen umtreibt. Seit Ende Juli landen viele Meinungen zur geplanten Busroute in Buchenbühl bei ihm, "negative, aber auch von Menschen, die den Plan toll finden", sagt der Verkehrsplaner der VAG.

Der wirkt auch heute noch ehrlich überrascht. Der Grund, warum er mit diesem Widerstand gegen die Pläne des Verkehrsbetriebs nicht gerechnet hat, liegt ein halbes Jahr zurück. "Wir hatten ja einen Ortstermin im April - und der lief erstaunlich reibungslos." Das Problem: Angekommen sind die Pläne bei zig Buchenbühlern erst, als der Verkehrsausschuss das Busnetz abgesegnet hat. Seitdem schwappt die Protestwelle durch den Ort.

Borchers will eines aber nicht (mehr): einen Schuldigen suchen, warum welche Information wo angekommen ist und wo nicht. Wenn die VAG am Montag zum Info-Termin lädt, dann soll es allein um die Zukunft der Busstrecke in Buchenbühl gehen.

Anbindung nur mit Wende

Eines kündigt er schon an: "Wir wollen niemandem eine Lösung aufzwingen." Die Vorteile der von der VAG geplanten Strecke will der Verkehrsplaner dennoch erklären. Immerhin sei der Bus so bereits verkehrt, „deswegen kamen wir ja auf die Idee". Als der Bahnübergang Buchenbühler Weg gesperrt war, ist der Bus keinen Rundweg (wie aktuell), sondern im Ort eine Schleife und zurück (wie es die VAG künftig gerne hätte) gefahren.

"Das hat gut funktioniert", sagt Borchers. Da jedoch ging die Wendeschleife nicht über Fuchsweg und Hermann-Löns-Straße, wie geplant. Dort, weiß Borchers, ist der Widerstand am größten. Dass die Haltestelle Buchenbühler Weg wegfallen soll, sieht er aufgrund der seit 30 Jahren erhobenen Fahrgastzahlen (mit dort im Schnitt zehn bis 15 Einsteigern am Tag) als kaum nennenswert.

"Für ältere Personen ist das entscheidend"

Vielmehr verspricht sich die VAG von der Zusammenlegung mit der Linie eine bessere Anbindung für die Anwohner in Buchenbühl, bis nach Mögeldorf. Und durch die neue Wendeschleife eine Ausdehnung in den Nordosten des Ortes, auch wenn die Menschen dort nur 350 Meter näher an eine Bushaltestelle rücken. "Für ältere Personen sind 600 statt 1000 Meter entscheidend." Klappt es mit der Wendeschleife nicht - die VAG prüft noch eine größere Wende - können 21er und 45er nicht zusammengelegt werden. Denn ohne Endhaltestelle sei die Abstimmung mit dem Anschluss an die U-Bahn kompliziert. Der 21er würde dann wie bisher fahren, allerdings nur noch bis Ziegelstein statt bis zum Nordostbahnhof, wie aktuell.

Grundsätzlich sei Buchenbühl mit dem jetzigen 10-Minuten-Takt im Hinblick auf die Fahrgastzahlen überversorgt, durch die Anbindung an die besser genutzte Linie habe man das ausgleichen wollen, sagt John Borchers. Außerhalb des Berufsverkehrs stehe der 10-Minuten-Takt künftig auf der Kippe. Aber eines sagt Borchers gegenüber Gerüchten klipp und klar: "Ein Bus wird immer durch Buchenbühl fahren." Die Frage ist nur: wo lang?

Die Info-Veranstaltung der VAG findet am Dienstag, 13. September, um 19 Uhr im Sportheim des ASV Buchenbühl, Wildenfelsweg 9, statt.

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