Verfahren nach Streit um Kreuzworträtsel-Kunst eingestellt

4.10.2016, 17:41 Uhr
Das Museum hat die Schrift mit Lösungsmitteln rückstandsfrei entfernen können.

Das Museum hat die Schrift mit Lösungsmitteln rückstandsfrei entfernen können. © Annette Kradisch/ Neues Museum

Der Fall sei "mit der gebotenen Gründlichkeit geprüft" worden, sagte eine Behördensprecherin am Dienstag. Danach sei der Fall wegen geringer Schuld zu den Akten gelegt worden. Die 91-Jährige habe keinen großen und vor allem keinen bleibenden Schaden verursacht, sagte die Sprecherin zur Begründung. Außerdem habe das Museum nicht auf einer Ahndung bestanden und die Seniorin sei bisher auch nicht strafrechtlich aufgefallen.

Mitte Juli war die 91-Jährige bundesweit in die Schlagzeilen geraten: Sie hatte im Neuen Museum mit einem Kugelschreiber Buchstaben in ein Kreuzworträtsel eingefügt, das Teil eines Bildes des Fluxus-Künstlers Arthur Köpcke ist. Die Rentnerin hatte die Aufforderung "Insert words" ("Setze Wörter ein") am oberen Bildrand wörtlich genommen. Inzwischen hat das Museum die Schrift mit Lösungsmitteln rückstandsfrei entfernen können.

Ein Sammler hatte das mit 80.000 Euro versicherte Bild "Reading-work-piece" dem Museum als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Die Staatsanwaltschaft habe neben sorgfältiger rechtlicher Prüfung mit Augenmaß gehandelt, teilte der Anwalt der 91-Jährigen mit - "wobei – was mich freut – ein Auge etwas zu zwinkern schien".