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Vergleich mit Sophie Scholl: AfD sorgt für Facebook-Eklat

Nürnbergs AfD macht Wahlwerbung mit deutscher Widerstandskämpferin - 16.01.2017 16:17 Uhr

Viel Kritik erntete die Facebook-Seite "AfD Nürnberg-Süd/Schwabach" mit diesem für AfD-Werbung missbrauchten Zitat der 1943 von den Nazis getöteten Studentin Sophie Scholl. © Screenshot der Facebook-Seite von 16.01.17, 15.37 Uhr


Auf ihrer Facebookseite postete die AfD Nürnberg-Süd ein Bild von Sophie Scholl mit deren Zitat: "Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenden Herrscherclique regieren zu lassen." Darunter folgt als offensichtliche Schlussfolgerung der Satz: "Sophie Scholl würde AfD wählen."


Kommentar: Scholl-Vergleich der AfD ist geschmacklos


Die erst im Dezember eingerichtete Facebookseite des Kreisverbandes Nürnberg-Süd hat zwar nur rund 300 "Likes". Das Bild wurde aber trotzdem tausendfach in den sozialen Netzwerken verbreitet. Von allen Seiten gab es Kritik, die AfD würde das Andenken an eine Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus verunglimpfen. Selbst Prominente wie der Comedian Kurt Krömer oder die CDU-Politikerin Julia Klöckner machten ihrem Unmut auf Facebook Luft.

Mit eintägiger Verspätung reagierte der alteingesessene "AfD-Kreisverband Nürnberg" auf die umstrittene Veröffentlichung. Darin heißt es, der "AfD-Kreisverband Nürnberg-Schwabach" distanziere sich von diesem "völlig geschmacklosen Post". Dieser gebe "in keinster Weise die Meinung unseres Facebook-Teams und des Vorstandes der AfD Nürnberg-Schwabach wieder".

Nach Mitteilung des Nürnberger AfD-Kreisvorsitzenden Martin Sichert ist die Facebookseite des Kreisverbandes Süd daraufhin vom Landesverband gesperrt worden. Wenig später war die laut Impressum "offizielle Seite des AfD-Kreisverbandes Nürnberg-Süd/Schwabach" jedoch wieder online.

In einer Stellungnahme räumte Sichert hinterher ein, es gebe Querelen innerhalb der Nürnberger AfD. Im Dezember habe es zwar einen Beschluss gegeben, wonach es für Nürnberg und Schwabach einen AfD-Kreisverband geben solle. Der Bezirksverband habe sich jedoch darüber hinweg gesetzt.

"Bezirksvorstand und Landesvorstand agieren seither, als wäre ein Kreisverband gegründet worden und unserer Kreisverband gespalten worden", berichtet Sichert.

Seit der "angeblichen Gründung des Kreisverbands Nürnberg/Süd" lasse sich der von Sichert angeführte Kreisverband juristisch beraten, ob und wie die Gründung des weiteren Kreisverbandes angefochten werden kann. Diese Gründung sei, so Sichert, gegen den "Willen der großen Mehrheit unserer Mitglieder" durchgeführt worden.

Mehr dazu im Blog unseres Autors: Vip-Raum

 

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