Verkaufsoffener Sonntag: Bitte weniger Krampf!

14.9.2016, 18:45 Uhr
Die verkaufsoffenen Sonntage in der Nürnberger Innenstadt sind ein Erfolgsmodell. In der Südstadt hat dieses Konzept nicht funktioniert.

Die verkaufsoffenen Sonntage in der Nürnberger Innenstadt sind ein Erfolgsmodell. In der Südstadt hat dieses Konzept nicht funktioniert. © Björn Bischoff

Hier ist tote Hose, vor allem seitdem der Ex-"Schocken" dicht ist und keine Käufer mehr anzieht. Viele Händler sperren wegen der paar Kunden am Südstadt-Sonntag nicht mehr auf.

Die Stadt wollte den Handel in der schwierigen Südstadt mit der Sonderregelung "2+2" dezidiert fördern. Dieses Ansinnen ist gescheitert. Anstatt an zwei Sonntagen das Angebot – am Bedarf der Bürger vorbei – künstlich zu verknappen, sollte die Kommune vier verkaufsoffene Sonntage für das gesamte Stadtgebiet festlegen. Einer davon könnte – bedarfsgerecht – auch im Advent sein.

Dazu bedarf es allerdings einiger Entkrampfungsübungen. Der sozialdemokratisch dominierte Stadtrat und die gewerkschaftlich tief durchdrungene Verwaltung beäugen den Konsum am siebten Tag der Woche – milde gesagt – mit großem Argwohn. Die Argumente sind die gleichen, die einst gegen den langen Samstag, den langen Donnerstag und schließlich den Einkauf am Werktag bis 20 Uhr erfolglos vorgebracht wurden: Angebliche Zerstörung von Familien und Fixierung auf Kommerz sind die gängigsten.

Auch vier nürnbergweite Einkaufssonntage werden die Familien dieser Stadt nicht zerbrechen lassen. Der Blick nach – horribile dictu – Fürth zeigt: Sogar zwei aufeinanderfolgende Sonntage mit offenen Läden sind dort zur Michaeliskärwa problemlos möglich. Und Händler und Konsumenten freuen sich.

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