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Verspätungen bei VAG: Abfahrtszeit ist manchmal dehnbar

Woran liegt es, wenn der Bus schon seit zehn Minuten in zwei Minuten kommt? - 10.11.2019 05:41 Uhr

Die digitale Fahrgastinformation ist nicht immer up to date. © Foto: Eduard Weigert


Eine Leserin berichtet von einem Ärgernis an der Bushaltestelle Heilig-Geist-Spital. Sie wartete auf ihre Linie 47, doch die wurde an diesem Tag offenbar Opfer der aktuellen Busfahrerknappheit: Ein Bus entfiel einfach. Das wäre verkraftbar, wenn zu dieser Zeit nicht gerade der 40-Minuten-Takt gegolten hätte – so vergehen fast eineinhalb Stunden zwischen zwei Bussen.

Die Digitalanzeige kündigte den Geisterbus jedoch an, als ob nichts gewesen wäre. Als die Abfahrtszeit überschritten war, sei die Anzeige kommentarlos 40 Minuten vorgesprungen. Hätte sie das eher gewusst, sagt die Nürnbergerin, hätte sie sich die Zeit anders vertrieben oder ihren Heimweg anders organisiert.

Eine andere Leserin unterstellt den Digitalanzeigen auf der Straßenbahninsel am Hauptbahnhof gar ein Eigenleben. Mehrfach habe sie viel länger auf die Bahn warten müssen, als dort oben zu lesen stand. Warum, fragt sie, werden die verbleibenden Minuten bis zur Einfahrt des Zugs nicht in Echtzeit angezeigt, wenn es zu Verspätungen kommt? Oder gibt es da eine eigene Zeitrechnung?

Fahrzeuge passieren Messpunkte

Die Anzeige erfolgt sehr wohl in Echtzeit, klärt VAG-Sprecherin Stefanie Dürrbeck auf. Das System berechnet die Einfahrtszeit laufend nach, indem es den Fahrplan abgleicht mit Funksignalen, die es erhält, wenn das Fahrzeug auf seiner Linie bestimmte Messpunkte passiert. Aus der verbleibenden Strecke errechnet es die mutmaßliche Ankunftszeit. Also etwa: Üblicherweise dauert es vier Minuten vom Prinzregentenufer zum Bahnhof.

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Bleibt die Bahn aber zwischen zwei solcher Funkbaken hängen – etwa durch einen Unfall oder Gedränge beim Ein- und Aussteigen –, bleibt die Einfahrtszeit am Ziel solange auf "4 Minuten" stehen. Dann stehen da vier, aber es sind in Wirklichkeit schon fünf oder sechs geworden.

Der erste Fall wiederum sollte eine bedauerliche Ausnahme bleiben, sagt Dürrbeck. Bei größeren Störungen auf einer Linie müssen Mitarbeiter in die digitale Fahrgastinformation eingreifen und ein ausfallendes Fahrzeug entfernen. "Es kann schon mal vorkommen, dass das nicht passiert. Dann springt das System auf die im Fahrplan hinterlegte Soll-Zeit um. Das ist in so einem Fall natürlich leider unangenehm."

Pläne online checken

Die VAG-Sprecherin rät zur Internetseite start.vag.de. Hier kann man sich die Abfahrtszeiten einer Haltestelle auf dem Handy ansehen, auch an Haltestellen ohne digitale Tafeln. Außerdem zeigt dieser Online-Abfahrtsmonitor sowohl die Echtzeit als auch in Klammern dahinter die Fahrplanzeit an.

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isa

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