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Dienstag, 23.07.2019

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Von Altenfurt nach Leh: Für ein Jahr ganz weit weg

Nach dem Abitur allein in der Ferne: Lena Nitsche berichtet aus dem Himalaya - 31.01.2019 18:27 Uhr

Szenerien wie gemalt: Lena Nitsche lebt und arbeitet derzeit im Himalaya. Dass man dabei flexibel bleiben muss, weil hin und wieder die Dinge anders laufen als geplant, hat die 18-Jährige bereits mehrmals erfahren. © privat


Über den Blog hält Lena ihre Familie und ihre Freunde auf dem Laufenden. Hier dokumentiert sie, wie es ist, wenn sich ein junger Mensch auf den Weg macht. Bei ihr ist es ein freiwilliges soziales Jahr. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, die Kinder vor Ort für Umweltschutz und Gesundheit zu sensibilisieren. Viele Hoffnungen, einige Enttäuschungen, aber auch Erfolgserlebnisse. Und unterm Strich: Unbezahlbare Erfahrungen.

Nachfolgend berichtet Lena Nitsche davon, wie sie zu Weihnachten fast im indischen Reisechaos versunken wäre, sich auf dem Tiger Trail im Dschungel Riesenspinnen und übermütigen Elefanten gestellt und schließlich Silvester entspannt am Strand verbracht hat.

"Die letzten drei Wochen waren ziemlich ereignisreich. Wir sind in unsere wohlverdienten Winterferien gestartet. Um Land und Leute näher kennenzulernen, sind Felix und ich nach Delhi gefahren, um am nächsten Tag mit einem dritten Freiwilligen, Ravi, mit dem Zug nach Kochi, Kerala, aufzubrechen. Leider rückten wir auch nach einem zweiten Versuch auf der Warteliste der Passagiere, die in den Zug wollten, nicht weit genug nach vorne.

Lena Nitsche berichtet aus dem Himalaya. © Privat


Wir mussten eine andere Lösung finden. Schlussendlich beschlossen wir, ein überteuertes Flugticket zu buchen. Durch die Verzögerung und die Änderung unseres Ankunftsdatums mussten nun auch noch unsere Unterkünfte umgebucht werden. Unsere Vorfreude sank immer weiter. Todmüde kamen wir endlich an Heiligabend in Kochi an. Wir sahen uns nur ein bisschen die Strandpromenade an und gingen abends im Restaurant gegenüber unserem Hotel Burger essen. Weihnachten hatten wir uns alle drei irgendwie anders vorgestellt.

Keine Zeit für Selbstmitleid

Lange Zeit, um im Selbstmitleid zu baden, blieb uns allerdings nicht, denn schon am zweiten Weihnachtsfeiertag ging es weiter nach Kumily. Dort startete am nächsten Morgen unser Tiger Trail in den Dschungel Südindiens: Um neun Uhr wurden wir abgeholt und stapften los.

Gegen Mittag kamen wir schließlich am Basislager an. Abends, verschwitzt und müde, sprangen wir alle in den Fluss und genossen den Sonnenuntergang vom Wasser aus. Nachdem wir am Morgen alle aus unseren Zelten gekrochen kamen, liefen wir nochmal durch die sumpfige Landschaft des Periyar-National-Parks. Nicht nur die Tage, an denen wir knapp 30 Kilometer zurücklegten, waren super spannend, sondern auch die Nächte die wir in Zelten verbrachten, wo wir alles ringsum hautnah mitbekamen.

Tagsüber bekamen wir Rieseneichhörnchen und -spinnen, Mangune, Büffel, Elefanten und andere Tiere zu Gesicht. Von den Tigern haben wir lediglich frische Spuren entdecken können. Doch sobald es dunkel wurde, mussten wir uns nicht mehr auf die Suche nach den Tieren begeben. Sie kamen von selbst bis direkt ans Camp heran, so dass wir sie beim Planschen beobachten konnten.

Wir setzten uns schließlich erneut für sechs Stunden in den Bus, um über Trivandrum nach Kovalam zu gelangen. Dort konnten wir uns an den langersehnten Strand legen.

Außerdem haben wir uns Trivandrum angesehen und Silvester am Strand gefeiert. Es waren riesige Menschenmengen unterwegs und die Stimmung war ausgelassen. Um kurz nach Mitternacht wurde alles von der Polizei mit Bambusstöcken aufgelöst.

Die darauffolgende Woche stand dann wieder Büroarbeit an, die aber durch einen zweitägigen Ausflug nach Domkhar unterbrochen wurde. In dem über 100 Kilometer entfernt liegenden Dorf klärte LEHO (fördert nachhaltiges Leben in Dörfern der Himalaya-Region Ladakh, Anm. der Redaktion) anhand von Reden, Liedern und kurzen Theaterstücken über die positiven Aspekte der biologischen Landwirtschaft auf. Auf dem Heimweg tobten wir noch auf dem zugefrorenen Indus herum.

Arbeit kurzfristig abgesagt

Nachdem meine Arbeit als Englischlehrerin an einer Winterschule in der Nähe leider auch wieder kurzfristig abgesagt wurde, werde ich nun die nächsten drei Wochen bei einer Gastfamilie in Skurbuchan, einem 130 Kilometer entfernten Dorf in Kashmir, verbringen.

In der ersten Woche gebe ich dort Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 16 Jahren Englischunterricht, genauso wie die zwei darauffolgenden Wochen mit Felix zusammen in einer Frauengruppe."

Ausführlich berichtet Lena Nitsche über ihren Aufenthalt in einem Blog im Internet unter https: //lenain-leh.jimdofree.com 

NN

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